Jubiläum

Kia: 25 Jahre in Deutschland

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Endgültig auf dem deutschen Markt verankern konnte sich Kia durch das beim Karossier Karmann gefertigte SUV Sportage. Ein damals trendiger Offroader, der in Korea Anlass zum Umdenken gab. So wurde 1995 Kia Motors Europa ins Leben gerufen und Kia Deutschland von Lada strikt getrennt. Zwei Jahre später firmierte die deutsche Kia-Importzentrale neu und wechselte zusammen mit Kia Europa nach Bremen. Eine Interimslösung während der Asien-Krise, die zu einem Rückgang der Kia-Jahresproduktion von 730.000 auf 460.000 Autos im Jahr 1998 führte.

In Deutschland waren es nun auch nur 14.000 Einheiten, aber aufsehenerregende Autos wie der von Lotus übernommene Roadster und der 1999 lancierte siebensitzige Van Carnival zu Preisen bis 40 Prozent unter dem Wettbewerb hielten Kia ebenso im Gespräch wie die 1998 eingeführte Fünf-Jahres-Garantie.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 34 Bildern

„Aufstieg aus Asien“, bedeutet Kia wörtlich übersetzt und eine entsprechende Entwicklung im Eiltempo gelang dem Hersteller als Bestandteil des Hyundai-Konzerns mit dem 2002 lancierten Sorento. Das SUV Sorento startete als preiswerter Wettbewerber zur Mercedes M-Klasse und BMW X5 – und fand auf Anhieb eine Fangemeinde, die bis zu 18 Monate Lieferzeit in Kauf nahm. Hinzu kamen der neue Kleinwagen Picanto, der erste Rio im Stil eines Shootingbrakes und ein frischer Sportage.

Mit dem Ceed kam der Durchbruch

Bis zum ganz großen Durchbruch dauerte es noch fünf Jahre, die für Investitionen in europäische Standorte benötigt wurden. Im Jahr 2007 war es soweit. Kia feierte einen Jahresabsatz von mehr als 50.000 Einheiten und die Premiere des kompakten Ceed. Dieser war nicht nur in Europa (Rüsselsheim) entwickelt worden, er wurde auch im neuen slowakischen Werk produziert. Sein deutsches Hauptquartier hatte Kia unterdessen in Eschborn bei Frankfurt und 2013 im Herzen der Mainmetropole bezogen.

Seit zehn Jahren ist fast jeder speziell für Europa konzipierte Kia ein Treffer, nicht zuletzt ein Verdienst des Konzerndesigns aus namhafter Künstlerhand. Während der von BMW geholte Thomas Bürkle das Design der europäischen Hyundai-Modelle prägt, machten die Asiaten den ehemaligen VW-Chefdesigner Peter Schreyer gar zum Herrn über das weltweite Design von Kia – und inzwischen auch von Hyundai.

Die „Tigernase“ als Markenzeichen“

Er krempelte die Optik der bis dahin eher altbacken und auf den asiatischen Markt zugeschnittenen Modelle komplett um und machte die sogenannte „Tigernase“, den Kühlergrill mit Doppeltrapezstruktur, zum Markenzeichen. Seitdem gewinnt Kia regelmäßig Designpreise. Wenn dennoch einzelne Kia-Modelle wie etwa der kubisch geformte Soul hierzulande nur Nebenrollen besetzen, liegt das daran, dass sie eigentlich für den außereuropäischen Geschmack entworfen wurden.

Aber der Mut zu Nischen gehört inzwischen ebenso zum selbstbewussten Auftritt des Herstellers wie ein heutzutage überraschendes Bekenntnis zur Antriebsvielfalt. So setzt Kia nicht nur auf die Elektrifizierung der Antriebe, mehr als viele Europäer treiben die Koreaner auch die Entwicklung von Dieselmotoren weiter.

Nur in einem Punkt ignoriert die Marke Potenzial: Die Traditionspflege spielt nur eine kleine Rolle, wie sich beim aktuellen Jubiläum zeigt. Da haben sogar die japanischen Importeure in Deutschland viel Vorsprung.

(ID:45242812)