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Wirtschaft Komponente-Chef Schmall über ID 3: „Reibungslos war es nicht“

| Autor: Svenja Gelowicz

Im VW-Hoffnungsträger ID 3 steckt viel Technik der Konzern Komponente. Was die Transformation der Komponente in Richtung E für die Arbeitsplätze bedeutet und welche Rolle die Kooperation mit Ford dabei spielt.

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Thomas Schmall ist Chef der Volkswagen Konzern Komponente
Thomas Schmall ist Chef der Volkswagen Konzern Komponente
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen-Chef Herbert Diess und Thomas Schmall, verantwortlich für die VW-eigene Zuliefersparte Komponente, sprechen in einem von Diess auf der Karrieplattform LinkedIn veröffentlichten Video über die Neuausrichtung der Konzern Komponente.

„Wir sind in die Transformation gedrückt worden“, sagt Schmall gegenüber Diess und verweist dabei auf die „letzten Jahre“. Das Geschäftsmodell der Komponente mit etwa 75.000 Mitarbeitern seien „Skalen- und Volumeneffekte“, dafür mussten auch neue Synergien in den Geschäftseinheiten hergestellt werden. „Da haben wir in der Vergangenheit das ein oder andere liegen lassen“, räumte Schmall ein. Dass die Einheit jetzt am operativen Ergebnis gemessen werde, sei neben der E-Mobilität noch ein starker Treiber für die Mannschaft.

Im Fokus stand dabei der Anlauf des Wolfsburger Hoffnungsträgers ID 3, für den die Komponente große Umfänge selbst baut. Mit Blick auf den anstehenden Anlauf sagte der Komponentenchef, seine Sparte sei gut vorbereitet. „Was der ID 3 für den Konzern ist, ist er auch für die Komponente, ein großer Transformationssprung.“ Neben klassischen Bauteilen wie Federbein und Dämpfer liefere man eben auch die „E-Mobilitätsthemen“, was Schmall als mutigen Schritt für seine Sparte sieht. „Wir haben das termingerecht hingekriegt.“

E-Mobilität, betont auch Diess, sei für die Komponente auch ein völlig neues Thema. Er selbst habe „Druck gemacht“, dass man sich für eine Stabwicklung beim E-Motor entscheide.

Schmall: „Wir haben nichts geschenkt bekommen“

Für den ID 3 wurde über die Geschäftsfelder hinweg ein eigenes Team aufgestellt, das „die Themen gepusht hat, dass wir wettbewerbsfähig sind“, so Schmall weiter und verweist dabei auf einen großen Erfolgsdruck. Der sei ausschlaggebend für die Vergabeentscheidung gewesen: „Wir haben nichts geschenkt bekommen.“

Schmall gesteht dabei auch Probleme ein, die waren „nicht wenig“: „Reibungslos war es nicht“. Wichtig sei dabei gewesen, die Herausforderungen transparent zu machen.

Für die Lenkung habe man mit einem Zulieferer zusammengearbeitet, auf eine „neue Art“, wie Schmall es nennt.

Zellfertigung: Neue Arbeitsplätze

Diess und Schmall, in dem Video um einen ID 3 versammelt, sprechen auch über das Thema Arbeitsplätze und Elektromobilität. Diess verweist dabei auch auf die Kooperation mit Ford, deren Details die beiden Autobauer vor einem Jahr verkündet haben. Zwei Drittel der Kooperationslieferungen für die Ford-Werke Köln kämen von der Komponente. Man habe eine Lücke von 35 Prozent der Wertschöpfung bei einem E-Antrieb inklusive Batteriesystem im Vergleich zum Verbrenner.

Die Komponente, erklärt Schmall, müsste neue Umfänge wie eben E-Antriebskomponenten rechtzeitig aufbauen, um zu ersetzen, was „wir mittelfristig verlieren werden.“ Dazu gehöre auch die Zellfertigung, die VW in Salzgitter für künftige Modellgenerationen hochzieht. Schmall: „Es heißt immer, die Zellfertigung hat keine Arbeitsplätze. Das stimmt nicht. Bei 12, 16 Gigawatt haben Sie 1.200 Arbeitsplätze“. Die gingen weniger in Richtung Montage und dafür mehr in Richtung Anlagenführung.

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 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Autojournalistin