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Lean & Green Management Award 2018

Lean, Green, Digital: die Preisträger 2018

| Autor/ Redakteur: Nina Blöhs und Claus-Peter Köth / Thomas Günnel

Continental, Lohmann & Rauscher und Kärcher heißen die Sieger des diesjährigen Lean & Green Award. Gastgeber und Vorjahressieger ASM Assembly Systems gewährte nach der Verleihung einen Einblick in seine Produktion.

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Werksrundgang bei ASM Assembly Systems: Der letztjährige Preisträger des Lean & Green Award gewährte während des „Lean & Green Summit“ praktische Einblicke in seine Produktion.
Werksrundgang bei ASM Assembly Systems: Der letztjährige Preisträger des Lean & Green Award gewährte während des „Lean & Green Summit“ praktische Einblicke in seine Produktion.
(Bild: ASM Assembly Systems)

Continental in Regensburg, Lohmann & Rauscher Neuwied und Kärcher Changshu (China) sind die Gewinner des Lean & Green Management Award 2018. Sie stellten bei der Preisverleihung am 5. November in München rund 100 Teilnehmern ihre nachhaltigen und schlanken Fertigungsstrategien vor. ASM Assembly Systems, Preisträger 2017 und diesjähriger Gastgeber des Summits, gewährte praxisnahe Einblicke in seine Produktion. In fünf Workshops diskutierten die Teilnehmer zu den Themen „Smarte Montage“, „Smarte Logistik“, „Flexibles Lean“, „Green Excellence“ und „Next Level Lean“.

Ergebnis: die Kombination aus Digitalisierung, Ressourceneffizienz und Lean Management wird in Zukunft über den Erfolg am Markt entscheiden. Die Themen Nachhaltigkeit und „Green“ bieten dabei für viele Unternehmen neue Chancen, sich von Mitbewerbern zu differenzieren und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

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Lean, Green und Digital gehören zusammen

Einige der wichtigsten Erfolgsfaktoren, um die künftigen Herausforderungen zu meistern, sind eine hohe Prozessreife, eine befähigende Unternehmenskultur und exzellente Managementsysteme. „Nur wenn es gelingt Lean, Green und Digital nicht mehr isoliert zu betrachten, sondern methodisch, organisatorisch und auch strategisch zu verknüpfen, lassen sich die größten Effekte realisieren“, erläutert Daniel Reichert, Leiter des Awards und verantwortlich für den Bereich Lean & Green bei Growtth Consulting Europe. „Einerseits sehen wir viele Unternehmen, die ein absolut hohes Niveau im Bereich Business Excellence erreicht haben. Aber wir sehen auch sehr innovative Unternehmen, die Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit sind.

Diese beiden Welten zum gegenseitigen Nutzen enger zu verzahnen, ist Fokus des Awards und unserer Lean & Green-Beratung. Dies ermöglicht völlig neue Zugänge zur Prozessverbesserung und deckt unerkannte Potenziale auf. Daher werden wir auch im kommenden Jahr den Austausch zwischen Unternehmen intensivieren und freuen uns auf viele Unternehmen, die Interesse haben Teil des Lean & Green-Netzwerkes zu werden“.

Renommierte Exzellenz-Auszeichnung

Seit 2012 führen die Beratungsunternehmen Growtth Consulting Europe und Quadriga Consult den Lean & Green Management Award durch. Über 100 Kriterien für Lean und Green entscheiden bei der Bewertung und Auswahl der Unternehmen. Sie wurden über ein Reifegradschema mit Punkten von einem Audit-Team vor Ort bewertet. Zu den Kriterien zählen nicht nur produktionsrelevante Themen, sondern auch übergeordnete Aspekte und Handlungsmaxime wie „Strategie & Geschäftsmodell“, „Management, Führung & Mitarbeiter“ oder auch „KVP Kultur & Lean Verbesserungsprozess“.

Dass der Award nicht nur eine renommierte Exzellenz-Auszeichnung ist, bescheinigt eine aktuelle und unabhängige Studie der Universität Hohenheim. Sie zählt den Lean & Green Management Award zu den drei am höchsten bewerteten Nachhaltigkeits-Preisen in Deutschland. Die finalen Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich im Dezember veröffentlicht auf der Webseite der Universität Hohenheim

Deshalb sind die Gewinner Gewinner

Continental Automotive GmbH, Werk Regensburg, Preisträger in der Kategorie „Automotive“: Im Produktionswerk von Continental in Regensburg fertigen knapp 3.000 Mitarbeiter Elektronikbauteile und Steuerungselemente für die Automobilindustrie. Die Auditoren und die Jury hat die tief verankerte Lean-Kultur überzeugt. Dass bei Continental Regensburg eine vorbildliche Verbesserungskultur gelebt wird, mit der es gelingt, jeden mitzureißen, veranschaulichte Werkleiter Thomas Ebenhöch in seiner Gewinnerrede eindrucksvoll. Zudem ist das Thema „Green“ eine Top-Management Priorität.

Als erstes Werk im Continental-Verbund hat sich Regensburg das Ziel gesetzt, die bereits erreichten Erfolge mit dem selbstentwickelten „Green Plant Label“ in Gold zu krönen. Basis dafür ist eine umfangreiche Bewertung zahlreicher Kriterien, die die eigene Umweltbilanz messen und anspruchsvolle Ziele beschreiben. Auch im nächsten Jahr wird Continental das Thema Lean & Green weiter vorantreiben: Denn im November wird der Lean & Green Summit 2019 im Continental-Werk Regensburg sowie in der Continental Arena Regensburg ausgetragen.

Lohmann & Rauscher GmbH & Co. KG, Werk Neuwied, Preisträger in der Kategorie: „Allgemein produzierende Industrie“: Am Standort Neuwied stellt Lohmann & Rauscher Medizin- und Hygieneprodukte für unterschiedliche Anwendungen her. Knapp 700 Mitarbeiter beteiligen sich jeden Tag daran, Prozessoptimierung durch eine Philosophie der kleinen Schritte voranzutreiben. „Das Bestreben nach kontinuierlicher Verbesserung bei den Mitarbeitern ist die Basis, um die Erfolge in der täglichen Produktion zu erzielen und sich als Unternehmen Schritt für Schritt in Richtung Exzellenz zu bewegen“, erklärte Gerd Pahlisch, Divisionsleiter Produktion bei Lohmann & Rauscher.

Ein tägliches und teilweise automatisiertes Monitoring von Performance-Daten ermöglicht ein effektives Shopfloor Management – auch mit den besonderen Herausforderungen von Reinräumen. Ebenso ist die Verknüpfung von Lean & Green bei Lohmann & Rauscher sehr gelungen. So ist zum Beispiel die Energiepolitik als fester Bestandteil des Qualitätsmanagements verankert und der Nachhaltigkeitsbericht ist „online“ für jeden zugänglich.

Kaercher Cleaning Technology Co. Ltd, Changshu/China, Preisträger in der Kategorie: „Sonderpreis“: Am Kärcher-Standort in Changshu (China), etwa zwei Stunden nördlich von Shanghai, werden von circa 700 Mitarbeitern Hochdruck- und Dampfreiniger hergestellt. Die offene und teambasierte Kultur sowie der strukturierte und transparente Verbesserungsprozess überzeugte die Jury vor Ort. Lean wird klar als Aufgabe aller verstanden und auch in den indirekten Bereichen gelebt.

Zudem nutzt Kärcher das Thema Green als strategisches Element, um das eigene Image positiv zu unterstreichen und die hohe Attraktivität als Arbeitgeber weiter zu steigern. „Beide Elemente gewinnen in China zunehmend an Bedeutung und gehen deutlich über eine reine Kostenbetrachtung hinaus“, betonte Wolfgang Thomar, Executive Vice President Factories Germany and Factory Engineering, in seiner Gewinnerrede.

Mehr zum „Lean & Green Management Award“ und dem „Green & Lean Summit 2018“.

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