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Ressourceneffiziente Produktion

Lean & Green Management Awards 2014 verliehen

| Redakteur: Claus-Peter Köth

Im BMW-Werk Leipzig wurden Ende November 2014 sechs Industrieunternehmen, darunter die Automobilhersteller BMW und Fiat Chrysler Automobiles, mit dem „Lean & Green Management Award 2014“ ausgezeichnet.

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Die Preisträger des Lean & Green Management Award 2014. Sie wurden Ende November im BMW-Werk Leipzig ausgezeichnet.
Die Preisträger des Lean & Green Management Award 2014. Sie wurden Ende November im BMW-Werk Leipzig ausgezeichnet.
(Foto: Growtth Consulting Europe)

„Die besten Unternehmen gehen mit Ressourceneffizienz deutlich anders um“, betonte Marcel Hofer, Director Lean & Green der Growtth Consulting Europe GmbH, bei der Vorstellung der begleitenden Lean-&-Green-Studie. Der wirtschaftliche Erfolg der Siegerunternehmen stehe dabei in einem engen Zusammenhang mit der Begeisterung und der Konsequenz, wie durch Lean und Green die Verschwendungen im gesamten Unternehmen verringert werden. Darüber hinaus wurde beim Award 2014 noch deutlicher als in den Vorjahren, dass die besten Unternehmen die Felder „Lean“ und „Green“ zur Abgrenzung gegenüber Wettbewerbern und zum internen und externen Marketing gewinnbringend nutzen. Beide Themen bilden bei den sechs Preisträgern einen festen Bestandteil der Unternehmens- und Führungskultur und sind Teil ihres Geschäftsmodells. „Dies gelingt nur, weil das Top-Management dies mit hohem persönlichem Engagement vorantreibt und sich nicht auf Zertifizierungen und die Arbeit von Stabsabteilungen verlässt“, sagte Hofer.

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Gewinnervorträge und Open-Space-Workshop

Die Award-Verleihung fand am 25. und 26. November 2014 im BMW-Werk Leipzig statt, vor rund 50 geladenen Teilnehmern aus 15 Unternehmen. Die Gewinnervorträge am ersten Tag zeigten deutlich, mit welcher Begeisterung und Überzeugung der Lean-&-Green-Gedanke bei den Siegerunternehmen gelebt wird. Der zweite Veranstaltungstag startete mit einer Besichtigung der Produktion der BMW-Modelle i3 und i8 – ein Musterbeispiel für ressourcenschonende Fertigung. Danach ging es in einem sogenannten Open-Space-Workshop weiter – gestaltet und moderiert von den beiden Starnberger Beratungen Growtth Consulting Europe und Quadriga Consult.

Die Workshop-Teilnehmer hatten dabei acht Themenstellungen vorgegeben, die sie am meisten interessierten. In zwei Runden trafen sich anschließend Kleingruppen und diskutierten Erfahrungen und Lösungsansätze für Themen wie Kata/Leadership, Cost Deployment, Energiewertstrommethode, CO2-Kalkulationen oder Green Supply Chain. Marcel Hofer: „Das durchweg positive Feedback aller Teilnehmer bestätigte uns, dass der Erfahrungsaustausch hervorragend gelang und alle Teilnehmer mit neuen Anregungen für ihre eigenen Unternehmen heimkehrten.“

39 europäische Bewerber

Für den Lean & Green Management Award 2014 bewarben sich 39 europäische Industrieunternehmen. Nach einem ersten Auswahlprozess wurden 20 Standorte durch ein erfahrenes Evaluierungsteam vor Ort detailliert bewertet. Dazu diente ein ausgeklügeltes Reifegradmodell, das alle Unternehmensprozesse, das Geschäftsmodell und Führungsaspekte aus Lean sowie aus Green Sicht betrachtetet. Eine unabhängige Jury aus Wissenschaft, Medien und Industrie ermittelte schließlich Ende Juli auf Basis der Evaluierungsergebnisse folgende sechs Sieger:

  • Kategorie „Automotive OEM/Konzern“: BMW-Werk Leipzig
  • Kategorie „Automotive Mittelstand“: Bühler Motor, Monheim
  • Kategorie „Produzierende Industrie OEM/Konzern“: AT & S, Leoben/Österreich
  • Kategorie „Produzierende Industrie Mittelstand“: Rational, Landsberg
  • Sonderpreis „Green“: Elobau, Leutkirch
  • Sonderpreis „Lean“: Fiat-Werk Pomigliano D’Arco/Italien

Die Preisträger im Stenogramm

BMW-Werk Leipzig

In Leipzig fertigt BMW mit rund 4.000 Mitarbeitern die Modellreihen 1er, 2er und X1 sowie das Elektroauto i3 und den Hybrid-Sportwagen i8. Als Stärken überzeugten die Jury vor allem die „überzeugende Begeisterung und das Engagement auf alle Ebenen, die innovativen Strategien voranzutreiben, sowie das außergewöhnlich hohe und glaubwürdige Engagement der Führungsmannschaft bezüglich Green“. Zudem wurde bei den i-Modellen schon während der Entwicklungsphase konsequent auf eine ressourcenschonende Produktion geachtet.

Bühler Motor GmbH, Monheim

Im Stammwerk fertigen rund 800 Mitarbeiter Gleichstrommotoren, Getriebemotoren und Pumpen. Ressourceneffizienz ist klarer Teil der Standortstrategie. Die Lean & Green-Experten würdigten darüber hinaus vor allem flache Hierarchien und schnelle Entscheidungswege, Auditsysteme, die Lean & Green-Aspekte verknüpfen, sowie hohe Lean- und Logistikkompetenz.

Austria Technologie & Systemtechnik AG, Leoben

Die AT&S ist Europas größter Leiterplattenhersteller und beschäftigt 7.100 Mitarbeiter weltweit, 1.200 davon in Österreich. Die Lean & Green-Jury hob besonders die offene Kommunikationskultur im Unternehmen hervor. Nachhaltigkeit sei als Ziel für alle Mitarbeiter verankert. Ferner werden auch die Lieferanten in die Verbesserungsprozesse eingebunden.

Rational AG, Landsberg

Rational fertigt Groß- und Industrieküchengeräte zur thermischen Speisenzubereitung. Eine sehr konsequente Kundenorientierung in Verbindung mit unternehmerisch handelnden Mitarbeitern sind bei Rational zentral verankert. Die Ergonomie ist als klarer Fokus definiert und die umweltfreundliche Fertigung eine fixe Zielsetzung in der Produktions-Leitlinie.

Elobau, Leutkirch

550 Mitarbeiter zählt das Familienunternehmen Elobau, ein Spezialist für berührungslose Sensortechnik (z.B. für Schalter, Taster, Bedienelemente). Das Unternehmen nutzt konsequent regenerative Energiequellen wie Sonnenenergie, Erdwärme und Biogas. Die Jury: „Ressourceneffizienz wird aus unternehmerischer Verantwortung heraus betrieben und sogar die Kunden werden dazu ’erzogen’. Echte CO2-Neutralität ist bei Elobau heute schon Realität.“

Fiat Chrysler Automobiles (FCA), Pomigliano D’Arco/Italien

FCA unterhält in Italien sechs Werke mit insgesamt 24.000 Beschäftigten. Eines davon steht in Pomigliano D’Arco bei Neapel. Dort wird der Fiat Panda gefertigt. Die Lean & Green-Experten: „Das Werk erreicht mit minimalen Mitteln das Maximale. Lean im besten Sinne!“ Dabei werde das Spannungsfeld zwischen extremem Kostenbewusstsein und Einbeziehung aller Mitarbeiter inklusive Betriebsrat exzellent aufgelöst. Auch Green-Aspekte werden durch die konsequente Integration in das Produktionssystem permanent vorangetrieben.

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