Werkstoff Leichtbau-Batteriegehäuse: Schaumstoff statt Metall

Autor / Redakteur: Sven Prawitz / Lena Bromberger

Voltabox hat einen neuen Designprozess und eine neue Fertigungsmethode für Batteriegehäuse entwickelt. Das Konzept spart Gewicht und ermöglicht Freiform-Zellmodule.

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Batteriemodule aus Schaumwerkstoff sind leichter und erlauben flexibleren Formen als solche aus Metall. Voltabox hat den Kunststoff für den Einsatz in Traktionsbatterien qualifiziert.
Batteriemodule aus Schaumwerkstoff sind leichter und erlauben flexibleren Formen als solche aus Metall. Voltabox hat den Kunststoff für den Einsatz in Traktionsbatterien qualifiziert.
(Bild: Voltabox)

Der Batteriehersteller Voltabox hat ein neues Konzept für das Design und die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien vorgestellt. Der Zulieferer hat dafür eine neuartige Fertigungsmethodik entwickelt, die den Aufbau von Lithium-Ionen-Batterien stark vereinfachen soll. Wesentliches Merkmal des Konzepts ist der Einsatz von sich verfestigenden Materialien, die beispielsweise in der Luftfahrt angewendet werden. Zum Einsatz kommt bei Voltabox ein expandierter Schaumwerkstoff, mit dem sich nach eigenen Angaben Hochleistungsbatterien sehr kostengünstig in nahezu jeder denkbaren Freiform produzieren.

Mit dem sogenannten Voltabox-Flow-Shape-Design lassen sich zudem die Formen von Batterien sehr flexibel gestalten – Vorgegebene Bauräume können somit exakter genutzt werden. Nach eigenen Angaben werden damit neue Integrationsmöglichkeiten denkbar: Beispielsweise in definierten Bereichen der Karosserie. Das Unternehmen nennt hier einen Cell-to-System- beziehungsweise Cell-to-Vehicle-Ansatz. Auf Modul- und Systemlevel lasse sich so das Gewicht der Traktionsbatterie signifikant senken.

Die Markteinführung ist für Sommer 2021 geplant. Dann soll das Konzept in Form von Lizenzen vermarktet werden. Voltabox hat zu diesem Zweck Patente und Gebrauchsmuster angemeldet.

CATL forscht an integrierten Zellen

Im August berichteten wir bereits, dass ähnliche Ansätze in China diskutiert werden. Der weltgrößte Batteriezellhersteller für Automobile, CATL, will die Batteriemodule abschaffen. Der Zulieferer arbeitet an einem Cell-to-Chassis-Konzept. Dieses soll die Zellen direkt in die Fahrzeugstrukturen integrieren und Batteriepacks überflüssig machen.

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Über den Autor

 Sven Prawitz

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Fachredakteur, »Automobil Industrie« und Next Mobility