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Fahrbericht Lexus LC 500 Club Edition: Emotion pur

| Autor / Redakteur: Walter Wuttke/Ampnet / Thomas Günnel

Während sich die Welt den Kopf zerbricht, wie Emissionsgrenzwerte eingehalten werden können, veredelt Lexus seine rollende Unvernunft: den LC 500. Ihn gibt es jetzt als limitiertes Editions-Modell.

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Ohnehin ein Hingucker, jetzt auch als Editionsmodell: Der Lexus LC 500 Club Edition.
Ohnehin ein Hingucker, jetzt auch als Editionsmodell: Der Lexus LC 500 Club Edition.
(Bild: Andreas Smetana/Lexus)

Lexus kann auch anders. Toyotas Edelmarke, vor allem für ihre seidenweichen und flüsternden hybriden Antriebe bekannt, setzt beim Flaggschiff LC 500 auf ganz andere Werte, und das macht sich zunächst vor allem akustisch bemerkbar. Direkt nach dem Start entfaltet sich unter der langgestreckten Motorhaube eine Sinfonie für acht Zylinder und 464 PS (341 kW), die man so nicht erwartet hätte. Dabei zeigt schon die martialische Frontpartie, dass dieser Lexus nicht spielen und seine Power nicht verstecken will. Warum auch?

Mit dem LC geht Lexus einen ganz anderen Weg als mit dem SC-Modell, das jetzt im Vergleich zu seinem Nachfolger irgendwie plüschig und fast langweilig wirkt. Schon im Stand zeigt der LC, dass er aus einem anderen Holz geschnitzt ist und übernimmt fast vollständig das Design der Studie LF-LC, die bereits im Jahr 2012 auf der Detroit Motorshow die Fans der Marke begeisterte. In diesem Fall passt sich auch der wuchtige Diabolo-Kühlergrill zwischen den flach geschnittenen LED-Scheinwerfern in das Gesamtkunstwerk ein, der bei einigen anderen Modellen der Marke eher deplatziert wirkt.

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Das Besondere der Club Edition sind vor allem die Norigrün genannte Lackierung, geschmiedete 21-Zoll-Räder, ein zweifarbiger Innenraum und Details wie eine individuelle Einstiegsleiste.

Plattform für Hecktriebler

Für den LC entwickelten die Lexus-Ingenieure eine neue Plattform, die in Zukunft für die Modelle der Marke mit Heckantrieb genutzt wird. In der flachen, 4,70 Meter langen Karosserie können sich zwei Menschen einfädeln und sitzen dann auf bestens konturierten Sitzen in einem scheinbar auf Maß geschnittenen Interieur. Zwar ist der LC als Viersitzer zugelassen, doch sollten im Fond eher kleines Gepäck transportiert werden als erwachsene Menschen. Angesichts der überschaubaren Platzverhältnisse könnte bei den Fondpassagieren leicht Unmut über schmerzende Kniescheiben entstehen. Umgeben von hochwertigen und bestens verarbeiteten Materialien fühlen sich Pilot und Passagier aber bald als Teil der Maschine. Und was für einer.

Der Fahrer blickt auf ein digitales Cockpit, viele Schalter und einen sauber integrierten Bildschirm, über den sich die wichtigsten Einstellungen regeln lassen. Die werden über ein Trackpad in der Mittelkonsole gesteuert, was sich in der Praxis allerdings als etwas gewöhnungsbedürftig erweist. Man hangelt sich von Menüpunkt zu Menüpunkt – aber auch mit etwas Übung bleibt das System nur eingeschränkt bedienerfreundlich; zudem lenkt es ab. Ein Geheimnis bleibt zum Beispiel, wie sich die Klimaautomatik individualisieren lässt.

Ein V8-Saugmotor!

Doch diese kleinen Defizite werden nebensächlich, wenn der LC 500 einmal auf Touren gebracht worden ist. Der V8-Zylinder ohne Turboaufladung, der typische Sound dieser politisch vollkommen unkorrekten Leistungsgesellschaft unter der Haube und der gewaltige Schub, wenn die 464 PS der Club Edition einmal freien Lauf haben, übertönen alle kleinen Misstöne. Wobei allerdings auch das feine Mark-Levinson-Audiosystem mit seinen 13 Lautsprechern bald an seine Grenzen gerät, wenn der V8 seine volle Leistung entfaltet.

In weniger als fünf Sekunden ist Tempo 100 erreicht, und erst bei 270 km/h ist der maximale Vortrieb erreicht. Dabei zeigt sich der LC von seiner für Lexus typisch entspannten Art. Dank des im manuellen Modus mitunter etwas deutlich schaltenden Zehn-Gang-Getriebes entfaltet sich die Leistung angenehm gleichmäßig.

Technische Daten Lexus LC 500 Club Edition

Länge x Breite x Höhe (m): 4,76 x 1,92 x 1,34
Radstand (m): 2,87
Motor: V8-Benziner, 4.969 cm³, Direkteinspritzung
Leistung: 341 kW / 464 PS bei 7.100 U/min
Max. Drehmoment: 530 Nm bei 4.800 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 270 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 4,7 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 11,6 Liter
Effizienzklasse: G
CO2-Emissionen: 265 g/km (Euro 6)
Testverbrauch: 13 - 15 Liter
Leergewicht / Zuladung: min. 2.012 kg / max. 453 kg
Kofferraumvolumen: 197 Liter
Bereifung: 275/35 R21
Basispreis: 112.900 Euro
Testwagenpreis: 114.000 Euro

Dieser Lexus ist Emotion pur und lässt sich trotz der stets bereitstehenden Leistung fast schon zu leicht dirigieren. Dank des ausgezeichneten Fahrwerks, das bestens den Kompromiss zwischen sportlichem Auftritt und Komfort findet, kommt zu keinem Zeitpunkt Unsicherheit hinter dem Lenkrad auf – vielmehr das Verlangen nach immer mehr. Und der LC liefert ohne Probleme. Neben seinen souveränen Eigenschaften als Hochleistungssportler kann sich das Coupé aber auch in einen leichtfüßigen Flaneur verwandeln, der als souveräner Cruiser über den Boulevard rollt. Dann kommt auch die feine Audioanlage wieder zu ihrem Auftritt.

Vollausstattung für die Edition

Das Übermaß an Emotion, von dem sich der Fahrer gerne mitreißen lässt, spiegelt sich allerdings im Verbrauch wider. Unterwegs in der Einstellung Sport sind die versprochenen 11,6 Liter auf 100 Kilometer nicht zu erreichen. Dann gönnt sich der V8 mindestens 15 Liter. Im Eco-Modus, was übrigens keineswegs Verzicht bedeutet, nähert sich der LC allerdings auch bei zügiger Fahrt dem versprochenen Verbrauchswert an.

Die LC 500 Club Edition kommt vollständig ausgerüstet zum Kunden. Zur Ausstattung gehören unter anderem die Audioanlage von Mark Levinson, adaptiv variable Fahrwerksdämpfer, Klimatisierungsautomatik, ein umfangreiches Navigationssystem und die Rückfahrkamera mit Einparkführung. So ausgestattet will Lexus 114.000 Euro für das Auto. Auf wie viele Fahrzeuge die Sonderedition limitiert ist, hat Lexus nicht angegeben. Vermutlich wird aber der Preis die Verkaufszahlen nicht ausufern lassen.

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