Fahrbericht

Lexus RX 450h: Sanfter Luxusgleiter mit Hybridtechnik

| Autor / Redakteur: Peter Eck/SP-X / Jens Scheiner

Der Lexus RX 450h ist das größte der demnächst drei Modellreihen umfassenden SUV-Flotte der Japaner.
Der Lexus RX 450h ist das größte der demnächst drei Modellreihen umfassenden SUV-Flotte der Japaner. (Bild: Lexus)

Gegen BMW, Mercedes und Co. hat es Lexus in Deutschland nicht einfach. Dabei haben die Modelle der Japaner ihren eigenen Charme, was vor allem an der Hybrid-Technik und der Qualität liegt. Das große SUV RX überzeugt im Test, patzt aber auch vor allem in einer Disziplin.

Obwohl mittlerweile schon fast drei Jahrzehnte auch in Europa am Start, ist Lexus noch nicht wirklich in den Kosmos der hiesigen Autofahrer eingedrungen. Das hat viele Gründe. Das dünne Händlernetz, die ambitionierten Preise, das in den ersten Jahren eher langweilige, aktuell aber eher überexaltierte Design und der insgesamt immer noch ausbaufähige Bekanntheitsgrad mögen die wichtigsten sein. Nach zwei Wochen im großen SUV der zu Toyota gehörenden Edelmarke, mag man die Zurückhaltung der Autofahrer – vom Preis einmal abgesehen – allerdings kaum verstehen.

Wenn Lexus, dann als Hybrid

Der Lexus RX 450h ist das größte der demnächst drei Modellreihen (UX, NX, RX) umfassenden SUV-Flotte der Japaner – und ein Hybrid. Nur der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass es für den RX auch eine reine Benziner-Version (RX 300, 238 PS) gibt, die zwar deutlich günstiger ist, aber zumindest hierzulande so gut wie gar nicht geordert wird. Wenn Lexus, dann Hybrid, das gilt für den RX genauso wie für die meisten anderen Modellreihen.

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Über das Hybridsystem und die Vorreiterrolle von Toyota/Lexus ist schon viel geschrieben worden. Die Kombination aus Benziner und Elektromotor wirkt angesichts der stärker aufkommenden Plug-in-Hybriden und reinen Elektroautos heute weder übermäßig modern noch spannend. Allerdings ist das System ausgereift und erfüllt seinen Zweck: nämlich Sprit zu sparen und damit möglichst wenig CO2 auszustoßen. Im 4,90 Meter messenden RX arbeitet ein 3,5-Liter-Sechszylinder-Benziner mit 193 kW/262 PS zusammen mit zwei Elektromotoren (einer vorne, einer hinten). Gemeinsam, unter optimalen Bedingungen der Zusammenarbeit, kommt so eine satte Systemleistung von bis zu 230 kW/313 PS zustande, die den RX in 7,7 Sekunden auf Tempo 100 treibt. Auch danach beschleunigt das SUV munter weiter, allerdings dreht Lexus ihm bei 200 Sachen den Vortrieb ab.

Tatsächlich muss ein mehr an Vmax auch gar nicht sein, weil der Fünfsitzer von seinem Grundcharakter her überhaupt nicht für Geschwindigkeitsorgien ausgelegt ist. Wohl fühlt er sich auf der Autobahn bei um die 150 km/h, dann hält sich auch der Spritverbrauch in Grenzen. Denn den angegeben Normverbrauch von 5,8 Litern erreicht man natürlich auch nicht annähernd. Wer eine sechs vor dem Komma schafft, sollte zufrieden sein, das gelingt aber nur bei sehr zurückhaltender Fahrweise in der Stadt oder auf einsamen Landstraßen. Wir kamen über den gesamten Testzeitraum mit knapp acht Litern über die Runden, was angesichts der Größe des Fahrzeugs und der Motorleistung absolut in Ordnung geht.

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Infotainmentsystem mit einigen Schwachstellen

Zudem wirkt das Hybridsystem zunächst fast unmerklich auf den Fahrer bzw. auf seinen Fahrstil ein. Da das SUV Höchstgeschwindigkeiten sowieso nicht mag und unter Last der Verbrauch in unschöne Höhen schnellt, fährt man lieber etwas langsamer und entspannter. Und genießt den feinen Innenraum, die vorbildliche Verarbeitung und die Ruhe an Bord – ärgert sich aber vielleicht auch über die häufig etwas umständliche Bedienung. Als Beispiel sei hier genannt, dass man die Lautstärke des Navis nur in einem Untermenü einstellen kann, und nicht etwa während der Ansage, was logisch und komfortabel wäre. Auch die Bedienung per Maus hat wenige Vorteile und die Sprachsteuerung kann einen Vergleich mit den süddeutschen Premium-Wettbewerbern nicht standhalten. Auf der Plusseite wiederum verbuchen wir das Platzangebot, das angesichts der Fahrzeuggröße allerdings auch kaum überraschend ist. Ausreichend dürfte es selbst für eine vierköpfige Familie samt großem Urlaubsgepäck.

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Die lange Reise auf der Autobahn bei mittlerem Tempo dürfte sowieso die Domäne des Lexus sein. Hier verbinden sich der edle und leise Innenraum sowie das auf Gleiten ausgelegte Hybridsystem auf angenehmste und machen aus dem RX ein echtes Entschleunigungs-SUV, sodass der gestresste Manager auf der Fahrt in den Skiurlaub nach St. Moritz schon auf der Anreise entspannen kann, wenn uns das Klischee an dieser Stelle mal erlaubt sei.

Klischee hin oder her, genügend Kleingeld muss man schon mitbringen, um diesen Lexus sein Eigen nennen zu dürfen. Mindestens 58.900 Euro rufen die Japaner auf, bis zu 76.550 Euro reicht die Preisliste für die Luxus-Version. Viel Geld, auch im Vergleich zu einem BMW X5 oder Mercedes GLE. Dafür erhält man allerdings auch ein Auto, dem man selbst auf einer sehr langen Fahrt durch Deutschland kaum ein zweites Mal begegnet. Da verzeihen wir dem Wohlfühl-SUV auch gerne seinen größten optischen Ausrutscher: Der fast die gesamte Front einnehmende Diabolo-Kühlergrill wirkt dann doch ein wenig überdesignt.

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