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Wirtschaft Lieferketten: Unternehmen haben kaum Veränderungen vorgenommen

Redakteur: Svenja Gelowicz

Im Frühjahr wurden Rufe nach krisensicheren Lieferketten laut. Umgebaut haben die Unternehmen dabei wenig – und das sei auch sinnvoll, heißt es von Automotive-Experten.

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Laut der Beratung Berylls war es gut, dass die Autoindustrie ihre Lieferketten nach den Unterbrechungen im Frühjahr nicht umgebaut hatte.
Laut der Beratung Berylls war es gut, dass die Autoindustrie ihre Lieferketten nach den Unterbrechungen im Frühjahr nicht umgebaut hatte.
(Bild: BMW)

Die zweite große Corona-Welle läuft über Europa und facht die Diskussion vom Frühjahr um einen Umbau der globalen Lieferketten erneut an. Seitdem hätten die Unternehmen trotz so mancher Bekenntnisse kaum Veränderungen vorgenommen – und das sei auch gut so, heißt es von der Automobilberatung Berylls.

„Natürlich scheuen OEMs und Tier-1-Zulieferer eine solche Verlagerung in laufenden Aufträgen. Einerseits wegen der hohen Zusatzkosten, aber vor allem auch wegen der damit verbundenen enormen operativen Risiken“, so Berater Jörg Löffler. Eine Umstellung der Lieferkette finde üblicherweise nur bei Neuvergaben statt. Und das sei mit Blick auf die globale Pandemie-Situation richtig gewesen, da gerade China die Lage schnell gut im Griff hatte.

China produziere seit Beendigung des Lockdowns Anfang April zuverlässig und ein zweiter Lockdown im Reich der Mitte sei eher unwahrscheinlich. Das sei in Europa anders, wo ganze Regionen von einem erneuten Stillstand bedroht seien. „Wer Teile und Komponenten in Europa bezieht oder fertigt, entgeht immerhin weitgehend einem Grenzübertrittrisiko, das Produkten droht, die von außerhalb in die EU gelangen.“

Eingespielte Lieferketten wegen Corona umzustellen und die Abhängigkeit von Überseeimporten zu verringern, „erscheint wenig sinnvoll". Die deutsche Autoindustrie beziehe heute den größten Teil ihrer Zulieferungen ohnehin aus der EU - vor allem aus Osteuropa, Frankreich, Italien und Spanien. Die Firmen bräuchten aber weiterhin „einen Plan B für stabile Lieferketten“, sagte Unternehmensberater Jörg Löffler

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