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TechMag Magnesium für die Großserie

| Autor / Redakteur: Gerald Scheffels / Michael Ziegler

Die TechMAG AG hat sich zum Ziel gesetzt, einer besonderen Magnesiumlegierung den Eingang in die Automobil-Großserie zu ebnen. Eine Fertigungsstätte in China wird in Kürze die Produktion von Strangpressprofilen aus MnE21 aufnehmen

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Prof. Ulrich Bruhnke, Geschäftsführer der im Jahr 2010 gegründeten TechMag AG.
Prof. Ulrich Bruhnke, Geschäftsführer der im Jahr 2010 gegründeten TechMag AG.
(TechMag)

Magnesium ist zwar leicht, aber korrosionsanfällig und in kaltem Zustand schwer umzuformen. Auf diesen kurzen Nenner kann man die Haltung vieler Werkstoff-Experten bringen, und aus diesen Gründen hat das Leichtmetall trotz aller Leichtbau-Bemühungen noch nicht den Sprung in Großserien-Anwendungen geschafft.

Blüte des Werkstoffs in den 1930er Jahren

Zwar erlebte das Material in den 1930er Jahre eine Blüte als Konstruktionswerkstoff, und im VW Käfer waren ursprünglich rund 30 kg Magnesium verbaut, unter anderem im Getriebegehäuse. Dann wurde der Werkstoff aber nahezu vergessen, um erst in den 1990er Jahren wieder im Zuge des Leichtbaus in den Blick zu geraten, zum Beispiel im ersten Ein-Liter-Fahrzeug von VW.

Bereits im Jahr 1930 war Magnesium als Konstruktionswerkstoff weit verbreitet. Im Zuge des Leichtbau-Trends erfährt es jetzt eine Wiederbelebung.
Bereits im Jahr 1930 war Magnesium als Konstruktionswerkstoff weit verbreitet. Im Zuge des Leichtbau-Trends erfährt es jetzt eine Wiederbelebung.
(TechMag)

Allerdings bleiben Vorbehalte, die vor allem den Fertigungsaufwand betreffen: Magnesiumbleche müssen nach dem Legieren für den Umformprozess wieder erwärmt werden. Das kostet Zeit, Energie und Investitionen in aufwändige Anlagen. Und dass Magnesium zurzeit eher für Interior-Anwendungen verwendet wird, liegt an seiner hohen Reaktionsfähigkeit, die sich als Kontaktkorrosion bemerkbar macht.

MnE21 vermeidet die Nachteile

Diese Nachteile vermeidet eine Magnesium-Mangan-Knetlegierung, die von Peter Stolfig entwickelt und unter der Bezeichnung MnE21 im Jahr 2007 patentiert wurde.

Mit einer Dichte von 1,74 g/cm3 ist MnE21 der leichteste verfügbare metallische Konstruktionswerkstoff – und er ist besser zu verarbeiten als die bisher bekannten Legierungen. Die Erwartungen in den neuen Werkstoff sind hoch – so hoch, dass eigens ein Unternehmen gegründet wurde, das MnE21 industrialisiert. CEO der 2010 gegründeten TechMAG AG ist Prof. Ulrich Bruhnke, der als ehemaliger Geschäftsführer von AMG und BMW M ausreichend praktische Expertise im Leichtbau mitbringt.

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