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Magnesium für die Großserie

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Produktion der Legierung

Für die Produktion und Verarbeitung der hochreinen Magnesium-Mangan-Legierung hat TechMAG gemeinsam mit chinesischen Investoren eine Produktionsstätte südlich von Schanghai erworben, die im Jahr 2013 die Fertigung aufnimmt.

Die Positionierung von MnE21 im Wettbewerb der Leichtbau-Materialien.
Die Positionierung von MnE21 im Wettbewerb der Leichtbau-Materialien.
(TechMag)

Die Prozesskette sieht folgendermaßen aus: Aus Dolomit gewinnt man Magnesium, das mit den Zusatzstoffen legiert und zu Ingots geschmolzen wird. Das Rohmaterial wird dann bei Temperaturen um 470 Grad Celsius zu Strangpressprofilen gepresst – einer Temperatur, bei der sich eine konventionelle Magnesiumlegierung bereits entzünden würde. Anschließend werden die Profile in einem Warm-in-Warm-Prozess, das heißt ohne zwischenzeitliche Abkühlung, aufgeweitet und zu Blechen umgeformt, die zum Beispiel als Sitzschale Verwendung finden können.

Gute Recycling-Bilanz

Ein solches Bauteil kann aufgrund der sehr guten Bruchdehnung von MnE21 in einem Hub tiefgezogen werden. Als Verbindungstechniken gibt es verschiedene Möglichkeiten: Laserschweißen eignet sich ebenso wie Kleben, Stanznieten, Bolzensetzen und Clinchen. Auch für das Recycling kann man eine gute Bilanz ziehen: Beim Warm-in-Warm-Prozess können Ausschuss, Verschnitt und Restmaterialien sofort wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden.

Genug Magnesium in China

Die Entscheidung, die erste Produktion mit einer Kapazität von 15.000 Tonnen pro Jahr in China aufzubauen, hat mehrere Gründe. Prof. Ulrich Bruhnke: „Magnesium ist dort nahezu grenzenlos verfügbar, und China ist der größte Automobilmarkt, der zudem von den Herstellern einen ´local content´ fordert. Darüber hinaus macht uns die Produktion vor Ort unabhängig vom Wechselkurs.“ Natürlich weiß man bei TechMAG, dass letztlich die Kosten entscheiden, um die Legierung in den Markt zu bringen. Prof. Bruhnke: „Die einbaufertigen Bauteile müssen wettbewerbsfähig sein.“ Hierzu nennt der CEO konkrete Zahlen: „Ein Barren kostet rund 2,50 Euro pro Kilo, ein Profil 4,40 Euro und ein Blechteil je nach Bearbeitungsgrad 8 bis 15 Euro.“ Das bedeutet umgerechnet nach Angaben von TechMAG: Pro Kilo Gewichtsreduzierung muss der Autohersteller oder Zulieferer mit 3 bis 5 Euro Mehrkosten rechnen.

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