Fahrbericht

Mercedes-Benz GLC 350e: Zuviel ist nicht genug

| Autor / Redakteur: Jens Meiners / Jens Scheiner

Der Mercedes-Benz GLC 350e zeigte sich nach einer Woche und 1.600 Kilometern im amerikanischen Nordwesten von seiner wahren Seite.
Der Mercedes-Benz GLC 350e zeigte sich nach einer Woche und 1.600 Kilometern im amerikanischen Nordwesten von seiner wahren Seite. (Bild: Jens Meiners)

Der 115 PS starke Elektromotor im Mercedes-Benz GLC 350e soll nicht nur den Verbrauch senken, sondern auch den CO2-Ausstoß verringern. Tatsächlich entzaubert sich der Hybridantrieb in der Praxis.

Das beste aus zwei Welten sei der Plug-In-Hybrid, so wird uns erzählt: Emissionsfrei und elektrisch durch die Stadt gleiten, mit sparsamem Downsizing-Motor über die Lande fahren, den elektrischen Rückenwind auf Abruf bereit. Natürlich auf Basis eines Ottomotors, weil der Diesel die Gunst fortschrittlicher Kreise verloren hat. Auf ein paar Liter Mehrverbrauch im Verbrenner-Modus kommt es da nicht an.

Denn der eingebaute Elektromotor senkt den Verbrauch ja ohnehin auf ein sensationell niedriges Niveau, wenn man den offiziellen Angaben Glauben schenken darf: Pro 100 Kilometer werden angeblich nur 2,5 Liter Sprit in die Brennkammern injiziert. Das sind 59 Gramm des „Klimagases“ CO2 pro Kilometer. Von der EU, die nur unser bestes will und sich Messzyklen für diverse Geräte ausgedacht hat, gibt’s dafür ein dickes „A+“. Das müssen Glotze und Geschirrspüler erst einmal schaffen.

Sportwagen im SUV-Gewand?

Wenn es jemand schafft, eine neue Technologie perfekt zu integrieren, dann ist es Mercedes-Benz – und deshalb haben wir im amerikanischen Nordwesten eine Woche und 1.600 Kilometer im Mercedes-Benz GLC 350e verbracht. Unter der Haube steckt ein 2,0-Liter-Vierzylinder mit 155 kW/211 PS, im Getriebe sitzt ein 85 kW/115 PS starker Elektromotor. Das Ergebnis lässt Autoliebhaber mit der Zunge schnalzen: Satte 235 kW/320 PS werden so erzeugt, das maximale Drehmoment liegt bei 560 Nm. Handelt es sich etwa um einen Sportwagen im SUV-Gewand?

Das wäre für unsere Tour gar nicht nötig, denn in Portland, dem Ausgangspunkt dieser Reise, lässt man es gerne etwas langsamer, dafür jedoch umweltbewusster angehen. Hier fährt man Toyota Prius oder Subaru, präsentiert sich mit Hipsterbart und Holzfäller-Look und konsumiert dazu fair gehandelten Kaffee aus der Rösterei Starbucks, die hier ihre ersten Erfolge feierte.

Bevor es losgehen kann, gilt es jedoch zunächst, die mitgeführten Taschen in den Gepäckraum zu wuchten. 550 Liter fasst das Abteil im normalen GLC, doch die Hybridtechnik braucht Raum. „Der Ladeboden ist nur um ein Drittelzoll angehoben“, behauptet der US-Verkaufsprospekt. Das sind acht Millimeter; wer wollte da meckern? Uns scheinen es jedoch deutlich mehr zu sein, Zahlen sind auf Anhieb nicht zu finden. Dafür entdecken wir in einer Pressemappe der Coupé-Version dieser Baureihe die Angabe, dass der Gepäckraum der Hybrid-Variante von dort 500 auf 336 Liter schrumpft. So ähnlich dürfte es sich auch bei der Standard-Karosserie verhalten.

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Elektrisch durch die Stadtmitte

23 Kilometer elektrischer Reichweite zeigt die Instrumentierung an; die kurze Etappe in die Vorstadt Beaverton lässt sich damit nicht absolvieren. Tatsächlich ist schon nach rund 15 Kilometern Schluss. Der Akku entleert sich im Rekordtempo, übrigens auch im Hybrid-Modus, wenn der E-Motor nur punktuell eingesetzt wird. In den Fahrmodi Comfort und Eco (es gibt auch noch Sport und Sport+) kann neben dem effizienzoptimierten Hybrid-Modus und dem rein elektrischen Fahren auch noch ein Modus gewählt werden, in dem der Ladezustand gehalten wird – und ein Modus, in dem die Batterie wieder hochgeladen wird.

Dem Spritverbrauch ist es abträglich, wenn der Verbrenner derart als Generator genutzt wird. Wir haben es trotzdem ein paarmal getan. Dieses finanzielle Opfer hat die Luftqualität in den von uns besuchten Ortskernen verbessert, ihnen die Emissionen des hochmodernen Verbrennungsmotors erspart.

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