Systems Engineering

Mikromobilität – Trend auch für Deutschland?

| Autor / Redakteur: Bernd Löwenkamp* / Thomas Günnel

Städte verändern sich und dazu gehören neue Mobilitätskonzepte – die sind vielfältig und fügen sich in bestehende ÖPNV-Konzepte ein.
Städte verändern sich und dazu gehören neue Mobilitätskonzepte – die sind vielfältig und fügen sich in bestehende ÖPNV-Konzepte ein. (Bild: Volkswagen)

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Die Städte verändern sich, moderne Stadtplanung wandelt stark belastete Innenstädte in lebenswerte Orte. Dazu gehören neue Mobilitätskonzepte – die den Fokus weg vom Pkw-Verkehr auf diversifizierte Konzepte legen.

Das eigene Auto, Carsharingkonzepte, ÖPNV und Fahrrad – sie bekommen Konkurrenz. Von teils sehr futuristisch aussehenden Fahrzeugen wie Einrädern, Hoverboards, Skateboards und Rollern mit Elektroantrieb: die sogenannte Mikromobilität ist vielfältig. Viele der elektrisch betriebenen Fahrzeuge ermöglichen es, sich schneller als Fußgänger fortzubewegen und kürzere Strecken ohne große Anstrengung zu bewältigen.

Mikromobile fügen sich damit hervorragend in ÖPNV-Konzepte ein, weil sie den großen Nachteil ausgleichen: die Haltestelle ist selten da, wo das eigene Ziel ist. Der moderne Stadtbewohner nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel und steigt für die sogenannte „Last Mile“ auf ein Mikromobil um. Zumindest schwappt dieser Trend aus den USA nun auch mehr und mehr nach Europa über.

Mietroller als Sharing-Fahrzeuge

Dabei spielt es bald kaum eine Rolle, wem das Gefährt gehört – Vertreter von Sharingkonzepten wie Lime, Spin oder Bird, aber auch Uber und Lyft bestücken in den USA die Innenstädte heute schon mit Mietrollern, die sich mittels Scannen eines QR-Codes mit der entsprechenden App leihen lassen. Andere Start-ups halten mit immer edleren und schöneren Mikromobilen dagegen, beispielsweise „BrakeForceOne“ mit dem Flynn.

Und so wird das Thema auch zunehmend Gegenstand politischer Überlegungen: Die Bundesregierung hat das Potenzial dieser Fahrzeuge erkannt und plant Gesetzesänderungen, um Mikromobile zulassungsfähig zu machen. Neu an den Mobilen ist nicht nur deren Einsatzzweck, sondern auch ihre Entwicklung. Der Brake Force One Flynn etwa entstand mit der Anwendung „Solidworks“, ebenso wie das Faltrad Kwiggle, das Hoverboard „UrmO“ und viele andere dieser interessanten Fahrzeuge.

Dabei geht es nicht um einen kompletten Wechsel des Verkehrsmittels, sondern um eine Verzahnung der unterschiedlichen Angebote. Es ist wenig sinnvoll, weite Strecken mit dem Elektroroller zurückzulegen oder Getränkekisten mit einem Mikromobil zu transportieren. Der Schlüssel ist, zu jeder Zeit und in jeder Anwendung das optimale Fahrzeug nutzen zu können und vor allem die Fahrzeugarten vernetzen zu können.

Vorausschauende Stadtplanung

Das heißt auch, dass Stadtplaner immer vernetzter und vorausschauender denken müssen. Intelligente Konzepte verbinden dabei alle vorhandenen Verkehrsangebote. Sie erlauben es dem Pendler, in einer App jeden Tag den optimalen Weg zu ermitteln – der an einem Tag so aussieht, dass er mit dem Auto zum Bahnhof fährt und vom Zielbahnhof zur Arbeitsstelle einen Elektroscooter nutzt. An einem anderen Tag lohnt es sich eventuell eher, mit dem Auto bis an den Rand der Stadt zu fahren. Von dort geht es weiter per U-Bahn und Mietroller. Und an einem weiteren Tag arbeitet der Pendler von zu Hause.

Nachhaltig im Grünen zu wohnen und das Arbeiten in der Stadt – das ist kein Auslaufkonzept, sondern die Zukunft. Je verdichteter und größer unsere Städte werden, desto weiter werden für viele die täglich zurückzulegenden Wege. Dies nachhaltig zu gestalten ist eines der wichtigsten Ziele der Stadtplanung.

Pendelstrecken in Echtzeit planen

Solche Konzepte funktionieren jedoch nur mit Echtzeitdaten. Sie beinhalten den Straßenverkehr, die Pünktlichkeit und Auslastung der Züge sowie die Verfügbarkeit von Sharing-Mikromobilen. Wenn der Pendler auf einen Blick sieht, dass es sich lohnt, statt der überfüllten S-Bahn den späteren Zug zu nehmen und dann auch noch ein Roller für ihn bereitsteht, könnten nervige Staus und Verkehrsspitzen der Vergangenheit angehören – und das ganz ohne für den Familienausflug oder den Großeinkauf auf das Auto zu verzichten. Denn die Automobilindustrie steht vor einem großen Wandel, keine Frage.

Aber die Konzepte hiesiger Automobilhersteller lassen einen Trend zu nachhaltigen Konzepten erkennen; vernetzt, elektrisch, sicher und komfortabel. Neben den großen OEM entstehen innovative Konzepte zudem in der Start-up-Szene, ein tolles Beispiel hier ist der Elektromobilitätshersteller Kreisel Electric. Die Komplexität in der Entwicklung und in der Fertigung von Fahrzeugen steigt damit, aber auch hier zeigt sich ein Trend: Simulation und der Ansatz des Systems Engineering helfen, vorausschauend zu entwickeln und Komplexität zu beherrschen. Der Maschinenbau, die Luftfahrtbranche, Konsumgüterhersteller und High-Tech-Hersteller folgen diesem Ansatz.

In der E-Seminar-Reihe „Future Mobility“ zeigt das Unternehmen Dassault Systèmes mehr zum Thema. Informationen dazu gibt es auf der Webseite zur Veranstaltung „Future Mobility“.

Autor: Bernd Löwenkamp ist Senior Manager Marketing bei Dassault Systèmes

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