Wärmebildkamera Dieser Sensor verbessert Notbremssysteme

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Bei einer Testreihe übertraf ein Notbremssystem mit Wärmebildkamera die Leistungen bestehender Seriensysteme. Ab dem Jahr 2029 gelten in den USA neue Anforderung für solche Assistenten – auch bei Nacht.

Wärmebildkaeras ergänzen Fahrerassistenzsysteme bei schlechten Sichtverhältnissen und in der Nacht. (Bild:  Flir)
Wärmebildkaeras ergänzen Fahrerassistenzsysteme bei schlechten Sichtverhältnissen und in der Nacht.
(Bild: Flir)

Fahrzeuge ohne Wärmebildkamera können die ab dem Jahr 2029 in den USA vorgeschriebenen Notbremsfunktionen nicht erfüllen. Zu diesem Schluss kommt Teledyne Flir OEM laut einer Pressemitteilung. Das Tochterunternehmen von Teledyne Technologies hat zusammen mit VSI Labs unterschiedliche Sensorkonfigurationen bei Tag und Nacht getestet. Verwendet wurden ein Ford Fusion Hybrid mit zusätzlicher Wärmebildkamera und drei weitere Fahrzeuge, mit dem Stand der Technik von 2024 entsprechenden Notbremssystemen.

Während es bei Tageslicht keine Probleme gegeben haben soll, die Testanforderungen zu erfüllen, habe nur der aufgerüstete Ford Fusion sämtliche Versuche bei Nacht positiv abschließen können – unabhängig von der Leistung des Scheinwerferlichts.

Das ABS-Sensorsystem mit Wärmebildtechnik war mit einer langwelligen Infrarotkamera (LWIR) von Teledyne Flir ausgerüstet sowie mit einem HD-Radar und einer Kamera. Alle drei Vergleichsfahrzeuge waren mit Radar und/oder Kamera ausgestattet und hatten keine Wärmebildkamera an Bord.

Regelwerke in Europa und USA

In den USA wird mit FMVSS Nr. 127 eine neue Vorschrift eingeführt, die ab 2029 verlangt, dass automatische Notbremssysteme (Pedestrian Automatic Emergency Braking, PAEB) Fußgänger auch bei schlechten Lichtverhältnissen und höheren Geschwindigkeiten zuverlässig erkennen können.

Dies ist auch in Europa relevant, wo die General Safety Regulation (GSR) der EU seit 2022 ähnliche Standards für Fahrerassistenzsysteme vorgibt. Beide Märkte zielen darauf ab, die Zahl der Verkehrstoten zu reduzieren, insbesondere bei Unfällen in der Nacht. Laut NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) trifft das auf fast 80 Prozent aller im Straßenverkehr tödlich verunglückten Fußgänger zu.

Automatisch bremsen bei bis zu 145 km/h

Die neue Norm schreibt vor, dass alle Fahrzeuge in der Lage sein müssen, bis zu einer Geschwindigkeit von 60 Meilen pro Stunde (97 km/h) anzuhalten, um eine Berührung mit dem vorausfahrenden Fahrzeug zu vermeiden.

Außerdem muss das System bis zu einer Geschwindigkeit von 90 Meilen pro Stunde (145 km/h) automatisch bremsen, wenn ein Zusammenstoß mit einem vorausfahrenden Fahrzeug droht.

Wird ein Fußgänger erkannt, liegt die Grenze bei bis zu 45 Meilen pro Stunde (72 km/h). Fußgänger müssen bei Tageslicht und Dunkelheit erkannt werden.

(ID:50281874)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung