Nutzfahrzeuge Wasserstofftanks: Plastic Omnium gründet Joint Venture mit Shenergy

Von Thomas Günnel

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Der Automobilzulieferer Plastic Omnium gründet ein Joint Venture mit einem Tochterunternehmen der chinesischen Shenergy Group. Entstehen sollen Wasserstoff-Drucktanks für Nutzfahrzeuge.

Ein Mercedes-Benz E-Citaro wird betankt: Der Wasserstoff wird bei 350 bar in den Tanks gespeichert.
Ein Mercedes-Benz E-Citaro wird betankt: Der Wasserstoff wird bei 350 bar in den Tanks gespeichert.
(Bild: © Daimler Truck AG)

Plastic Omnium und die Shenergy Group-Tochter Rein gründen ein Joint-Venture mit Sitz in Shanghai. Die Unternehmen wollen hier Hochdruck-Wasserstoffspeicher der Typen III und IV für den chinesischen Nutzfahrzeugmarkt entwickeln. Außerdem bauen beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit bei Wasserstoff-Ökosystemen aus.

Das Gemeinschaftsunternehmen umfasst den Aufbau von Produktionskapazitäten in Schanghai im Bezirk Jiading. Eine Pilotproduktionslinie für Hochdruck-Wasserstoffbehälter des Typs IV soll „im Laufe des Jahres 2025“ ihren Betrieb aufnehmen, wie eine Sprecherin von Plastic Omnium mitteilte. Im Jahr 2026 sollen dann jährlich bis zu 60.000 dieser Behälter in einer neuen Fabrik entstehen. Beide Unternehmen halten jeweils 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen.

Erst im Juli 2022 hatte Shell mit Shenergy ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Dabei geht es um den Aufbau von Wasserstofftankstellen in Schanghai.

Wasserstoff-Druckbehälter Typ III und Typ IV

Wasserstoffdruckbehälter des Typs III sind aktuell Standard in mobilen Anwendungen. Sie speichern das Gas meist bei Drücken von 350 oder 700 Bar. Sie sind zweilagig aufgebaut und bestehen vereinfacht dargestellt aus dem sogenannten Liner, also dem Zylinder, und einer Ummantelung aus Kohlefaser. Der Liner besteht meist aus Aluminium.

Drucktanks des Typs IV bestehen ebenfalls aus zwei Lagen. Die erste Lage, der Liner, besteht dabei jedoch aus Kunststoff, die zweite Lage meist aus Kohlefaser. Dieser Typ Wasserstoff-Drucktank ist entsprechend leichter.

Über Rein

Rein ist eine Holdinggesellschaft der Shenergy Group. Das Unternehmen bietet Produkte an für die Wasserstoff-Energie-Infrastruktur und -Versorgung. Dazu zählen Forschung und Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Service und Systemintegration. Rein ist in den Bereichen Wasserstoffenergie, saubere Energie, elektronische Gase und andere tiefgekühlte Hochdruck-Spezialgeräte tätig.

Das Unternehmen hält mehr als 50 Prozent des inländischen Marktanteils in seinem Nischenbereich und unterhält langfristige langfristige Partnerschaften mit bekannten Energie- und Gasunternehmen. Unter anderem beliefert Rein Air Liquide, Air Chemical, PetroChina, Sinopec, Linde Gas, Thai Petroleum und Messer .

Über die Shenergy-Gruppe

Die Shenergy Group wurde 1996 mit einem eingetragenen Kapital von 20 Milliarden RMB gegründet; rund 2,7 Milliarden Euro. Das Unternehmen befindet sich vollständig in Staatsbesitz. Die Shenergy-Gruppe hat sich zu einer Energie-Unternehmensgruppe entwickelt und ist tätig in den Bereichen Elektrizität, Gas, Finanzen, Kabel, Wasserstoffenergie und Umweltschutz. Der Gruppe gehören aktuell mehr als 200 hundertprozentige Tochter- und Beteiligungsunternehmen, die mehr als 18.000 Mitarbeiter beschäftigen. Die Shenergy-Gruppe gehört seit vielen Jahren zu den 500 größten chinesischen Unternehmen.

Über Plastic Omnium

Plastic Omnium entwickelt und produziert Produkte in den Bereichen integrierte Funktionen, Aerodynamik, Emissionsreduzierung und saubere Energiesysteme und Modularisierung. Das Unternehmen hatte im Jahr 2021 einen Pro-forma-Umsatz von neun Milliarden Euro. Weltweit betreibt der Zulieferer 150 Werke und 43 F&E-Zentren und beschäftigt rund 37.000 Mitarbeiter.

Plastic Omnium hat nach Unternehmensangaben seit dem Jahr 2015 mehr als 300 Millionen Euro in die Wasserstoffmobilität investiert. Dazu zählen das Produktportfolio und Produktionskapazitäten. Durchschnittlich 100 Millionen Euro will das Unternehmen weiterhin jährlich in diese Produkte investieren. Das ehrgeizige Ziel: „Bis zum Jahr 2025 einen Umsatz von 300 Millionen Euro zu erzielen – der bis 2030 auf drei Milliarden Euro ansteigen soll.“

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