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Transformation E Plug-in-Hybride: Wie sie einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können

| Autor: Claus-Peter Köth

Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) bescheinigt Plug-in-Hybriden das Potenzial, CO2-Emissionen im Straßenverkehr deutlich senken zu können. Eine Policy könnte helfen, den elektrischen Fahranteil zu erhöhen.

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Die neue BMW 545e xDrive Limousine: Plug-in-Hybride könnten Wegbereiter für die Elektromobilität und durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe Teil des Antriebsportfolios der Zukunft sein.
Die neue BMW 545e xDrive Limousine: Plug-in-Hybride könnten Wegbereiter für die Elektromobilität und durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe Teil des Antriebsportfolios der Zukunft sein.
(Bild: BMW)

Plug-in-Hybride könnten Wegbereiter für die Elektromobilität sein. Mithilfe von alternativen Kraftstoffen können sie ein Teil des künftigen Antriebsportfolios sein. Die Technik könnte auch für eine sozialverträglichere Transformation der bestehenden Wertschöpfungsnetzwerke sorgen, die Kunden schrittweise und ohne Reichweitenangst an die Elektromobilität heranführen. Zu diesen Ergebnissen kommt ein 16-köpfiges Expertengremium der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM), das im Auftrag der Bundesregierung einen Bericht mit Empfehlungen zum optimierten elektrischen Nutzungsgrad von PHEV erarbeitet hat.

Die Autoren haben entlang der Themen Fahrzeugtechnik, Lade- und Netzinfrastruktur sowie Nutzungsverhalten Fakten zusammengetragen, um daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. „Unsere Untersuchungen, die von externen Gutachtern begleitet wurden, zeigen, dass PHEV im Sinn des Klimaschutzes zur CO2-Minderung beitragen können, vorausgesetzt, sie werden mindestens 50 Prozent elektrisch gefahren. ,“ so Henning Kagermann, Vorsitzender des Lenkungskreises der NPM. Dies gelte vor allem für Dienstfahrzeuge.

1. Fahrzeugtechnik

Neu zertifizierte PHEV-Fahrzeugmodelle erreichen eine elektrische Reichweite von rund 50 bis 70 Kilometer. Erste Modelle mit einer elektrischen Reichweite von 80 bis 100 Kilometer sind bereits verfügbar oder angekündigt. Damit seien laut NPM 99 Prozent der täglichen Fahrten elektrisch möglich, was 75 Prozent der jährlichen Fahrleistung entspreche.

Die Ladedauer ist von der Ladeleistung abhängig. Aktuelle Modelle verfügen größtenteils über eine AC-Ladeleistung von 3,7 bzw. 7,4 kW. Um den elektrischen Fahranteil zu erhöhen, empfiehlt die NPM für Pkw modellübergreifend elektrische Reichweiten von 80 bis 100 Kilometer anzustreben bei einer Erhöhung der Ladeleistung auf 11 kW (dreiphasig).

Zudem sollten verstärkt digitale Dienste im Fahrzeug integriert werden wie beispielsweise der automatisierte Wechsel in den E-Modus in definierten Zonen oder die Bereitstellung von Informationen direkt im Fahrzeug oder per App zu Verbrauch, CO2-Emissionen und Ladeinfrastruktur.

2. Lade- und Netzinfrastruktur

Zwischen 85 und 90 Prozent der Ladevorgänge von PHEV erfolgen zu Hause oder am Arbeitsplatz. Deren Ausbau sollte entsprechend vorangetrieben werden. Im Bereich des privaten Ladens zu Hause könnte ein flankierendes Förderprogramm für private Ladeinfrastruktur (kurz LIS) unterstützen sowie eine zügige Umsetzung des Wohneigentums-Modernisierungesetzes (WEMoG) sowie des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes (GEIG). Den Ausbau der Ladeinfrastruktur beim Arbeitgeber gelte es, insbesondere durch die Schaffung steuerlicher Anreize für Arbeitgeber, Ladeinfrastruktur zu errichten, zu beschleunigen.

3. Dienstfahrzeuge

Studien weisen auf einen größeren Handlungsbedarf bei Dienstfahrzeugen hin. Privat gekaufte PHEV haben zwar eine geringere Fahrleistung, fahren dafür aber häufiger elektrisch. Hier könnte eine Dienstwagen-Policy für die PHEV-gerechte Nutzung sorgen. Arbeitgeber könnten gemäß NPM etwa zur Steigerung des elektrischen Fahranteils die Ladekosten bei Privat- und Dienstfahrten übernehmen und eine Ladekarte bereitstellen.

Durch eine Verkaufs- und Nutzungsberatung für Flottenbetreiber und Nutzer könnten Nutzungsmuster entwickelt werden, um die Auswahl eines Dienstfahrzeugs an die Bedürfnisse der Mitarbeiter zu knüpfen. Durch mehr Transparenz des Nutzungsverhaltens, könnten Fuhrpark- und Flottenmanager auch das Fahr- und Ladeverhalten optimieren.

Mit entsprechenden Anreizen sollte es gelingen den elektrischen Fahranteil zu erhöhen. Mögliche Instrumente wären die Anpassung des Umweltbonus und der Innovationsprämie sowie eine Dynamisierung der Dienstwagensteuer. Dafür sei eine sofortige Initiierung eines Monitoring-Prozess zur Nutzung von PHEV notwendig, um eine valide Datenbasis zu erhalten.

VDA: „Monitoring muss bis 2023 laufen“

„Der Monitoring-Prozess zur Erfassung und Bewertung der Nutzungsdaten und damit auch des elektrischen Fahranteils kann erst starten, wenn ab 2021 Vorschriften für standardisierte Verbrauchsmessgeräte in Neufahrzeugen eingeführt werden. Damit liegen erst 2023 ausreichend Daten für eine belastbare Analyse vor“, kommentiert VDA-Präsidentin Hildegard Müller die Ergebnisse. Die Monitoring-Phase bereits bis Ende 2021 abzuschließen, sei unrealistisch. Die Mehrheit der Fahrzeuge werde bis dahin nicht erfasst, da sie nicht die künftig vorgeschriebenen, standardisierten Verbrauchsmessgeräte an Bord hätten.

Insgesamt sieht sich Müller bestätigt: „Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge tragen maßgeblich zur Steigerung der Akzeptanz von Elektromobilität bei und damit zu steigenden Zulassungszahlen CO2-armer Antriebe. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu effektivem Klimaschutz.“

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 Claus-Peter Köth

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Chefredakteur