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Powertrain Porsche eröffnet Motorenwerk

| Redakteur: Thomas Günnel

Porsche hat in Stuttgart-Zuffenhausen ein Motorenwerk für Achtzylinder-Motoren eröffnet. Die Aggregate kommen zunächst nur im Panamera zum Einsatz.

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Porsche hat in Stuttgart-Zuffenhausen ein Motorenwerk für Achtzylinder-Motoren eröffnet. Ergonomie und Digitalisierung spielen darin eine wichtige Rolle.
Porsche hat in Stuttgart-Zuffenhausen ein Motorenwerk für Achtzylinder-Motoren eröffnet. Ergonomie und Digitalisierung spielen darin eine wichtige Rolle.
(Bild: Porsche)

Die Fabrik am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen umfasst rund 10.000 Quadratmeter Gebäude-Grundfläche. Bei voller Auslastung fertigen 400 Mitarbeiter täglich rund 200 Achtzylinder-V-Motoren. Kern des neuen Motorenwerkes ist die flexible Fertigung, bei der Manufaktur und Automatisierung miteinander verzahnt sind. Alle 3,5 Minuten startet der Zusammenbau eines neuen Motors. 95 Werkstückträger transportieren die Triebwerke über das U-förmig angelegte, insgesamt 432 Meter lange Band. In 110 Arbeitstakten, davon 71 in den Manufakturbereichen, entsteht nach einer Durchlaufzeit von 6,2 Stunden die Achtzylinder-Maschine. Dabei spielt die Digitalisierung eine große Rolle, erklärt Christian Will, Leiter Aggregate und Komponenten der Porsche AG: „Für jedes Triebwerk stehen nach Fertigstellung und Prüfung rund 2.300 Daten abrufbereit. Qualitätsschwankungen erkennen wir schon im Anfangsstadium und können sie ausschließen.“

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Ergonomie und Digitalisierung

Knapp 100 Innovationen stecken laut Porsche in dem Anlagenkonzept. So setzt der Sportwagenhersteller beispielsweise autonome Flurförderfahrzeuge ein, die frei programmierbar sind. Die von Lithium-Titanat-Batterien gespeisten Elektrotransporter navigieren mittels eines Rasternetzes von 16.000 Magneten, die in den Böden der beiden Werksetagen eingelassen sind. Ihre Flexibilität ermöglicht es, Produktionsprozesse anzupassen, etwa bei Weiterentwicklungen von Produkt und Verfahren. Die ergonomischen Montagestationen lassen sich für jeden Mitarbeiter individuell einstellen.

Mit dem Bau des Motorenwerks setzt Porsche nach eigenen Angaben auch in Sachen Nachhaltigkeit einen Meilenstein. Der Neubau ist Teil des Werk 4, das deutschlandweit als eines der erste Industriequartiere von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) das Vorzertifikat in Gold erhalten hat. Bewertet wurde anhand von 40 Nachhaltigkeitskriterien. Unter anderem erzeugt eine Photovoltaik-Anlage auf dem Gebäudedach jährlich bis zu 242.500 Kilowattstunden Strom. Das entspricht einer Einsparung von 105 Tonnen Kohlendioxid, die bei konventioneller Erzeugung entstünden. Weiterhin sind weite Teile des Daches begrünt und leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität. Der Sportwagenhersteller investierte rund 80 Millionen Euro in die neue Produktionsstätte.

Investitionen in Elektromobilität

Porsche hat in den vergangenen Jahren am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen mehr als 300 Millionen Euro investiert. Neben dem neuen Motorenwerk plant das Unternehmen eine vormalige Getriebefertigung zu zentralen Werkstätten umzubauen. Zudem entstand ein neues Ausbildungszentrum für die jüngsten Porsche-Mitarbeiter. Für die kommenden Jahre plant Porsche weitere Investitionen von deutlich mehr als einer Milliarde Euro. Innovationstreiber ist dabei vor allem der erste rein elektrisch angetriebene Sportwagen. Allein in Zuffenhausen entstehen dafür mehr als 1.000 neue Arbeitsplätze. Etwa 700 Millionen Euro investiert das Unternehmen an seinem Stammsitz. In den nächsten Jahren entstehen dort eine neue Lackiererei und eine eigene Montage. Das Motorenwerk erfährt einen Ausbau für die Herstellung der Elektroantriebe, außerdem erweitert der Hersteller den Karosseriebau. Dazu kommen Investitionen etwa im Entwicklungszentrum Weissach.

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