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Ein weiteres Trendthema heißt Connectivity. Was kann Preh den Kunden hier bieten?
Wenn Sie den Markt unterteilen in HMI, also in Mensch-Maschine-Schnittstellen, Architektur und Inhalte, liegt die Stärke von Preh bei den Bedienkonzepten und -systemen. Auch die Architektur müssen wir beherrschen. Aber beim Thema Inhalte spielen wir nicht mit. Wichtig für uns ist es, die unterschiedlichen Innovationszyklen von Fahrzeug sowie Informations- und Unterhaltungselektronik zusammenzubringen. Das heißt, wir müssen zum Beispiel eine Bedienoberfläche entwickeln, die abgekoppelt ist vom Lebenszyklus einer Smartphone-Generation. Außerdem muss das Bediensystem stabil funktionieren und trotzdem kontinuierliche Adaptionen zulassen.
Wie stark beeinflussen Smartphones die Produktentwicklung von Preh?
Smartphones sind ein globaler Trend. Dadurch werden die Erwartungen an moderne Bediensysteme in neuen Fahrzeuggenerationen weltweit nahezu einheitlich geformt. Zum Beispiel glaube ich, dass Bedienkonzepte wie i-Drive oder MMI zusammen mit Touchpad künftig noch häufiger zu sehen sein werden. Insgesamt kommen durch Smartphones viele Innovationen in unsere Produkte, wie einfach berührende Gesten. Letztlich müssen diese Innovationen aber auch fahrzeugfähig sein. Zum Beispiel erhalten Sie in schwierigen Fahrsituationen mit einem klaren Bedienkonzept und haptischer Rückmeldung ein Vielfaches mehr an Informationen als mit einem System, das über eine reine Touch-Oberfläche verfügt – schlichtweg, weil Sie haptische Bedienelemente mit all Ihren Sinnen begreifen und nicht hinschauen müssen, um eine Rückmeldung zu erhalten.
Auf der IAA-Pkw 2011 haben Sie das Ziel definiert, eine komplette Mittelkonsole ins Fahrzeug bringen zu wollen. Wie weit sind Sie noch davon weg?
Mit unserem integrierten Center-Stack-Konzept für den neuen Ford Fusion (siehe Foto auf S. 24) und den neuen Lincoln MKZ haben wir dieses Ziel schon gut dargestellt. Die zentrale Bedieneinheit integriert sämtliche Infotainment- und Klimaregelungsfunktionen. Bei manch anderen OEMs werden wir einen solchen Umfang aufgrund unterschiedlicher Bedienphilosophien in absehbarer Zeit nicht erreichen. Generell bin ich jedoch fest davon überzeugt, dass die Bedienfunktionalitäten enger zusammenwachsen.
Wie wichtig war die globale Präsenz von Preh, um den Ford-Auftrag zu erhalten?
Er war Grundvoraussetzung: Durch die weltweite Verwendung gleicher Fahrzeug-Plattformen brauchen Sie auch als Zulieferer eine globale Präsenz, um an den entsprechenden Ausschreibungen überhaupt teilnehmen zu können. Andernfalls haben Sie keine Chance mehr. Der Ford Fusion ist Bestandteil einer globalen Plattform. Wir haben die Center Stacks an drei Preh-Standorten entwickelt – in den USA, in Bad Neustadt und in Rumänien. Und auch die Produktion ist global: Die Basisversion bauen wir in Mexiko, die mittlere Version in Deutschland und die exklusive Variante in Portugal.
Was hat sich Preh für 2013 vorgenommen?
Wir werden in allen Produktgruppen und an allen Standorten wachsen und unsere Position als globaler Zulieferer für Automobilelektronik weiter ausbauen – unter dem Motto „One Joyson Preh“.
Einige Ihrer Kollegen sind da weniger optimistisch!
Diese Unsicherheit kommt meist durch den täglichen Blick in die Medien, nicht durch den Blick auf die Auftragseingänge. Wir haben sehr viele Neuanläufe – allen voran in Nordamerika und China. Insofern bin ich überzeugt davon, dass wir auch im nächsten Jahr unser Wachstum fortsetzen werden.
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