China Pressebericht: VW will Technik für autonomes Fahren bei Huawei herauskaufen

Von Jens Rehberg

Eine Huawei-Tochter hat das, was Volkswagen gerade dringend und vor allem schnellstmöglich braucht: Software für vollautomatisiertes Fahren auf Level 4 und 5. Über einen Transfer wird laut dem „Manager-Magazin“ gerade hart verhandelt.

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Ein Huawei-Entwicklungszentrum in Nanjing.
Ein Huawei-Entwicklungszentrum in Nanjing.
(Bild: Huawei)

Bereits seit einigen Monaten verhandeln Volkswagen und Huawei über den Verkauf einer auf das autonome Fahren spezialisierten Einheit. Wie das „Manager Magazin“ in einem Bericht vom Donnerstag (17. Februar) schreibt, seien bei der betreffenden Tochtergesellschaft des Technik-Konzerns 700 Beschäftigte angestellt – 50 von ihnen seien hochspezialisierte Experten. Verhandelt werde demnach über Systeme, die Volkswagen in dieser Form noch nicht beherrsche, aber nicht zuletzt im Hinblick auf eine Stärkung der Marktposition in China gut gebrauchen könne.

Auf dem chinesischen Automarkt hat Wolfsburg seit langem schon massive Probleme. Die Zeiten, in denen gefühlt das halbe automobil versorgte Land im VW Santana unterwegs war, sind lange vorbei. Gerade die neuen E-Modelle von Volkswagen laufen in China schlecht – denn die einheimischen Hersteller greifen in diesem Segment mit innovativen, reichweitenstarken Produkten an, die mittlerweile sogar vom Erscheinungsbild her den Geschmack der kaufkräftigen Mittel- und Oberschicht in Fernost treffen.

Absicherung gegen Handelskonflikt

Laut dem Magazin-Bericht soll nun Volkswagens chinesische Niederlassung der Softwareschmiede Cariad um den anvisierten Zukauf von Huawei verstärkt werden. Nur so könne verhindert werden, dass Volkswagen in den Handelskonflikt zwischen den USA und China hineingezogen werde – denn das würde mutmaßlich passieren, würde Wolfsburg seine in China produzierten Autos mit wesentlicher Software aus Deutschland, Europa oder den USA ausstatten.

Noch sei der Deal mit Huawei allerdings weit davon entfernt, in trockene Tüchern gewickelt zu sein: Da ist zum einen der Kaufpreis – die Vorstellungen der Verhandlungspartner reichen laut dem „Manager Magazin“, das an den Gesprächen Beteiligte als Quelle anführt, von einem niedrigen bis zu einem hohen einstelligen Milliardenbetrag. Zudem misstrauten sich Volkswagen und Huawei. Die Chinesen gewährten den Deutschen nicht die nötigen tiefen Einblicke. Wolfsburg hingegen sorge sich darum, ob die entscheidenden Spezialisten nach einer Übernahme wohl an Bord bleiben würden.

Schlechtes Image in Europa und den USA

Huawei habe nichtsdestotrotz ein großes Interesse an dem Verkauf, denn seit den Initiativen rund um den Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen im Westen wird der chinesische Konzern verstärkt als Risikofaktor wahrgenommen. Mit einem solchen Image ließe sich Autosoftware global wohl nur schwer selber vermarkten.

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