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Neue Mobilität

Regional Air Mobility: Lilium baut Flugtaxi-Werk bei München

| Redakteur: Maximiliane Reichhardt

Mit einem elektrischen, senkrecht startenden und landenden Lufttaxi, will das Start-up Lilium ab 2025 Städte in einem Radius von 300 Kilometern verbinden. Die erste Testphase ist nun abgeschlossen und das erste Werk errichtet. Nun folgt eine zweite, deutlich größere Fabrik und das Management bekommt Zuwachs von Airbus.

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Der Elektro-Flugtaxi-Hersteller Lilium hat den Bau einer zweiten Fabrik in Weßling bei München angekündigt.
Der Elektro-Flugtaxi-Hersteller Lilium hat den Bau einer zweiten Fabrik in Weßling bei München angekündigt.
(Bild: Lilium)

Die zunehmende Urbanisierung führt die Mobilitätssysteme vieler Metropolen an ihre Belastungsgrenzen. Potenziell Abhilfe könnten sogenannte Lufttaxis und Passagierdrohnen schaffen. Weltweit arbeiten daher Unternehmen und Start-ups an neuen Konzepten für die dreidimensionale Mobilität. Darunter auch das Start-up Lilium: Das Unternehmen will einen senkrecht startenden und landenden Jet entwickeln. Das Fernziel seien rund 300 Kilometer Reichweite, eine Geschwindigkeit von 300 km/h und Reisekosten, die in direkter Konkurrenz zu altbewährten Optionen, wie dem Taxi, stehen.

Zweites Werk und ein Neuzugang von Airbus

Im Mai dieses Jahres wurde der fünfsitzige, emissionsfreie Jet erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und seitdem auf Herz und Nieren getestet. Aktuell erreicht der Lilium-Jet eine Geschwindigkeit von über 100 km/h.

Zeitgleich hat das Unternehmen sein erstes Werk für die Produktion des Jets fertiggestellt: Es liegt mit einer Fläche von 3.000 Quadratmetern unmittelbar neben dem Hauptquartier des Unternehmens in Weißling bei München. Dem soll bald ein zweites, noch größeres Werk am gleichen Standort folgen. Mit den beiden Werken will Lilium ab 2025 mehrere Hundert Flugzeuge im Jahr produzieren.

Wir haben für die Produktion unserer ersten Lilium Jets viele Standorte geprüft. Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der gewählte Standort im Zentrum Europas mit einer starken lokalen Supply Chain im Luftfahrt-Bereich unseren Anforderungen am besten gerecht wird.

Lilium-CEO Daniel Wiegand

Gegenwärtig beschäftigt Lilium mehr als 350 Mitarbeiter in Weißling und hat über 150 Positionen für unterschiedliche Qualifikationen ausgeschrieben. In den neuen Produktionswerken sollen bis 2025 rund 500 weitere Stellen geschaffen werden.

Darüber hinaus kündete Lilium die Erweiterung des Managements um den Airbus Manager Yves Yemsi an. Yemsi leitete zuletzt als Senior Vice President die Beschaffung der Defence und Space Abteilung. Davor war er der Head of Program Quality des Airbus A350. Als Chief Program Officer wird er bei Lilium nicht nur das Jet-Programm leiten, sondern soll auch die strategischen Beschaffungsaktivitäten vorantreiben.

Das Protokoll der ersten Testphase

Angetrieben von 36 vollelektrischen Motoren erzeuge das Flugzeug keine Betriebsemissionen und rufe im Horizontalflug aufgrund des zusätzlichen Auftriebs durch seine zwei Tragflächenpaare weniger als zehn Prozent seiner maximalen Leistung von 2.000 PS ab. Seit seinem Jungfernflug mit einem einfachen senkrechten Start und einer entsprechenden Landung absolvierte das Flugzeug zunehmend komplexere Manöver und längere Flüge.

Der Prototyp, der vom Boden aus gesteuert wird, beginnt nun seine zweite Testphase. Hier gehe es insbesondere darum, wie sich der Lilium Jet sich bei hohen Geschwindigkeiten verhält. Lilium hat sich zum Ziel gesetzt, das Flugzeug mit einer Maximalgeschwindigkeit von 300 km/h zum schnellsten vollelektrischen, senkrecht startenden und landenden (eVTOL) Flugzeug der Welt zu machen.

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