Quartalsbilanz Renault erwägt Teilverkauf von Nissan

Quelle: dpa

Medienberichten zufolge will der französischen Autohersteller einen Teil seiner Nissan-Aktien verkaufen. Es wird weiter über eine abgespaltene E-Auto-Sparte und eine neue Kooperation mit einem chinesischen Hersteller spekuliert.

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Der Erlös von Renault ist im letzten Quartal zurückgegangen.
Der Erlös von Renault ist im letzten Quartal zurückgegangen.
(Bild: Renault)

In den ersten drei Monaten des Jahres sank der Umsatz um knapp drei Prozent auf knapp unter zehn Milliarden Euro, wie Renault am Freitag (22. April) in Boulogne-Billancourt mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen noch deutlicheren Rückgang erwartet. Die Zahl der verkauften Autos und leichten Nutzfahrzeuge ging deutlich zurück und lag mit 550.000 Exemplaren etwa 17 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals.

Nissan könnte eigene Papiere zurückkaufen

Unterdessen soll der Renault-Vorstand Kreisen zufolge über einen Teilverkauf seiner rund 43 Prozent großen Beteiligung an Nissan nachdenken. Dabei könnte der japanische Autobauer einige der eigenen Papiere zurückkaufen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Sprecher von Renault und Nissan wollten die Informationen nicht kommentieren, hieß es in dem Bericht.

Das Paket kommt auf einen Börsenwert von rund sieben Milliarden Euro. Renault selbst wird am Finanzmarkt derzeit mit knapp sieben Milliarden Euro bewertet und damit in etwa so hoch wie die Beteiligung an Nissan.

Renault-Nissan-Allianz 2018 beinahe gescheitert

Mit dem frischen Geld könnte Renault seine Sparte rund um elektrische Fahrzeuge vom Konzern trennen, um sie dann separat an der Börse notieren zu lassen. Das Kerngeschäft dürfte sich dann einen neuen Partner wie etwa die chinesische Geely-Gruppe suchen. Der Automobil- und Motorradhersteller kontrolliert Volvo Car und hatte Anfang 2022 bereits mit Renault einen Vertrag für ein Werk in Südkorea abgeschossen. Zum damaligen Zeitpunkt hieß es von beiden Seiten, dass auch eine Kooperation in China denkbar sei.

Die Allianz von Renault und Nissan war 2018 beinahe infolge des Skandals um ihren ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Carlos Ghosn geplatzt. Dieser wird nun per internationalem Haftbefehl gesucht. Französische Ermittler suchen nach Ghosn und vier weiteren Personen.

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