Industrieroboter Schaeffler holt chinesischen Partner für Humanoide an Bord

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Schaeffler und Leju Robotics arbeiten an zweibeinigen Robotern für den Fabrikalltag. Tausende Maschinen sollen bald das Personal entlasten.

(v.l.) Zhendong Ke, Vice President von Leju Robotics, Hao Gao, General Manager Central Region von Leju Robotics, Haitian Sun, General Manager von Schaeffler Humanoids und Yilin Zhang, Regional CEO Region Greater China der Schaeffler AG, besiegelten die Partnerschaft.(Bild:  Schaeffler AG)
(v.l.) Zhendong Ke, Vice President von Leju Robotics, Hao Gao, General Manager Central Region von Leju Robotics, Haitian Sun, General Manager von Schaeffler Humanoids und Yilin Zhang, Regional CEO Region Greater China der Schaeffler AG, besiegelten die Partnerschaft.
(Bild: Schaeffler AG)

Schaeffler arbeitet künftig mit Leju Robotics zusammen, einem Spezialisten für humanoide Roboter aus China. Damit betritt der deutsche Industriekonzern Neuland: Nach mehreren Bündnissen mit Firmen aus Europa und den Vereinigten Staaten holen die Franken nun erstmals einen chinesischen Partner ins Boot. Beide Seiten wollen zweibeinige Roboter so weiterentwickeln, dass diese verlässlich in Industrieanlagen arbeiten. Die Maschinen sollen selbstständig Fabriken inspizieren, Anlagen bedienen, in der Logistik anpacken und direkt mit Menschen kooperieren. 

Schaeffler plant, die Technik im großen Stil selbst zu nutzen. Bis zum Jahr 2035 will das Unternehmen eine mittlere vierstellige Zahl dieser Roboter in die eigenen Produktionsabläufe integrieren. Konzernchef Klaus Rosenfeld sieht darin ein lukratives Geschäftsfeld: „Neben dem klassischen Kerngeschäft setzt Schaeffler gezielt auf neue Wachstumsfelder, darunter auch den Bereich humanoide Robotik.“ Er betont den Stellenwert der neuen Allianz: „Mit Leju Robotics gewinnen wir einen starken, innovativen Partner für Humanoide.“

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Wie entwickelt Mercedes-Benz Software und Prozesse für die Produktion? Das schauen wir uns an: In einer individuellen Werksführung im Digital Factory Campus in Berlin-Marienfelde; an dem auch der Axialfluss-Motor entsteht. Wir diskutieren darüber, wie humanoide Roboter und Künstliche Intelligenz die Fabrikwelt verändern – und was das für die Menschen in den Fabriken bedeutet.
Außerdem: Best Practices für eine resiliente Lieferkette, Startup-Session, Ausstellung mit Produkten zum Anfassen; und Neues zu Datenanalyse, digitalem Zwilling, Edge Computing und VR und AR für den Shopfloor.

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Komponenten für die Bewegungssteuerung

Um die Roboter zum Laufen und Greifen zu bringen, liefert Schaeffler die mechanischen und elektronischen Grundlagen. Das Unternehmen steuert Wälzlager, Gewindetriebe und Präzisionsgetriebe bei. Hinzu kommen Elektromotoren, Sensoren sowie Systeme, welche die Temperatur und die Batterien der Maschinen steuern. Der Zulieferer deckt damit alle Bausteine ab, die ein Roboter benötigt, um Bewegungen präzise auszuführen und Energie zu verwalten. 

Das Wissen aus der Metallbearbeitung und dem 3D-Druck soll zudem helfen, die neuen Roboter schnell in Serie zu fertigen. Der chinesische Partner verspricht sich von der Zusammenarbeit, eigene Prototypen schneller reif für die Fabriken zu machen. 

Zhendong Ke, Vizepräsident von Leju Robotics, verweist auf die unterschiedlichen Schwerpunkte: „Diese Kooperation wird die jeweiligen Stärken beider Parteien bündeln und sich auf industrielle Anwendungsszenarien, Datensammlung, Modelliteration sowie technologische Weiterentwicklung der nächsten Generation konzentrieren.“ Während Schaeffler die massentaugliche Fertigung beherrscht, liefere Leju Einblicke in Forschung und Entwicklung.

Eigene Tochtergesellschaft in Asien

Schaeffler reagierte auf die hohe Dynamik in Asien und hat ein eigenes Unternehmen für humanoide Robotik in China gegründet. Yilin Zhang, der das Geschäft in der Region Greater China leitet, ordnet den neuen Vertrag mit Leju als logischen nächsten Schritt ein. 

Der Vorstoß verdeutlicht, wie stark Zulieferer derzeit nach neuen Geschäftsmodellen suchen. Indem sie Bauteile, die sie ohnehin beherrschen, für Laufroboter adaptieren, erschließen sie sich frische Einnahmequellen. Ob die ehrgeizigen Zeitpläne halten und bald Tausende Humanoide durch die Werkshallen navigieren, hängt nun davon ab, wie schnell die Partner ihre Bauteile zu lauffähigen Serienmaschinen zusammenfügen.

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