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Elektromobilität Schuh will Streetscooter von der Post zurückkaufen

| Autor / Redakteur: ampnet/Sm/Svenja Gelowicz / Svenja Gelowicz

Die Deutsche Post hat vergangene Woche verkündet, nicht weiter nach einem Käufer für den Streetscooter zu suchen und die Produktion auslaufen zu lassen. Nun meldet sich der Streetscooter-Urvater Günther Schuh und will das Unternehmen retten – vorausgesetzt, die Konditionen stimmen.

Streetscooter Work L.
Streetscooter Work L.
(Bild: Auto-Medienportal.Net/Deutsche Post DHL)

Der Mitbegründer des Elektrotransporter-Herstellers Streetscooter ist offenbar daran interessiert, das Unternehmen von der Deutschen Post DHL zurückzukaufen. Die „Wirtschaftswoche“ meldete am Freitag (6. März), Günter Schuh wolle das Unternehmen bei passenden Konditionen wieder übernehmen. Die Post hatte zuletzt vergeblich nach einem Käufer gesucht und kürzlich das Aus für die Produktion verkündet. Im vergangenen Jahr hatte die Post durch den Elektro-Transporter Verluste in Höhe von 100 Millionen Euro eingefahren.

2010 hatte Schuh den Elektrotransporter mit seinen Studenten der RWTH Aachen entwickelt und gemeinsam mit Achim Kampker Streetscooter gegründet. 2014 wurde das Start-up von der Deutschen Post-Tochter DHL übernommen.

„Die Post muss einsehen, dass sie eine Verantwortung hat: Eigentum verpflichtet. Wir haben der Post damals das Eigentum an einer Innovationsbewegung übertragen. An diese Verpflichtung hat sich die Post nicht gehalten“, so der Elektroauto-Pionier gegenüber der „Wirtschaftswoche“.

Zu langsam, wenig innovativ

Zuletzt warf Schuh der Post in einem Gastkommentar für „Handelsblatt“ vor, sie hätten das Projekt nicht innovativ genug und zu langsam vorangetrieben. „Der externe Vertrieb wurde drei Jahre gestoppt, die Internationalisierung auch, das geplante Re-Engineering-Programm ebenso, normale Beschaffungen wurden verschleppt, das Management wurde rausgeschmissen, Amateure wurden eingesetzt, die Bestellungen der eigenen Post-Flotte minimiert, jegliche Verbesserung wurde verboten – und auf eine Gelegenheit gewartet, das Geschäft unter einem Vorwand einzustellen“, schrieb Schuh.

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