Studie „Epileptische Anfälle“ bei Robo-Autos

Von Holger Holzer/sp-x 1 min Lesedauer

Die Kamerasysteme selbstfahrender Autos sind noch nicht ausgereift. Das Blaulicht von Einsatzfahrzeugen der Polizei oder der Rettungsdienste kann sie schwer verwirren.

Die Kameras autonomer Autos mögen kein flackerndes Polizeilicht.(Bild:  Fabian Kirchbauer/SP-X)
Die Kameras autonomer Autos mögen kein flackerndes Polizeilicht.
(Bild: Fabian Kirchbauer/SP-X)

Videospiele und Kinofilme warnen im Vorspann häufig vor der Gefahr epileptischer Anfälle durch Stroboskop-Effekte auf der Leinwand oder im Fernseher. Offenbar sind flackernde Lichtblitze nicht nur für Menschen, sondern auch für selbstfahrende Autos ein Problem. Wie nun Forscher der israelischen Negev-Universität herausgefunden haben, kann ihnen das Blaulicht von Einsatzfahrzeugen komplett die Orientierung nehmen.

Die Forscher gaben dem Phänomen in ihrer nun veröffentlichten Studie gleich auch den passenden Namen: Epilepticar – eine Zusammensetzung aus „epilepsy“ und „car“. Untersucht haben sie, wie fünf kamerabasierte Umfelderkennungssysteme für das autonome Fahren auf 14 unterschiedliche Licht-Muster von Einsatzfahrzeugen reagieren. Ergebnis: Alle ließen sich durch die Kennleuchten mehr oder weniger stark irritieren. Den Forschern zufolge verfälscht zum Beispiel das flackernde Licht Farben und Konturen von Fahrzeugen so sehr, dass die Software das Kamerabild nicht mehr korrekt entwirren kann.

Gefährliches Phänomen

Das Phänomen ist in den Augen der Forscher gefährlich, kann es doch für Unfälle in der Nähe von Einsatzfahrzeugen sorgen. Zudem ließe sich der Effekt leicht für kriminelle Attacken nutzen. Abhilfe könnte eine verbesserte KI-Bilderkennungssoftware schaffen. Die Forscher haben eine Variante entwickelt und auch dieser einen Namen gegeben: „Caracetamol“, angelehnt an das bekannte Schmerzmittel.

Die Studie ist auch deshalb interessant, weil es in den USA zuletzt mehr als ein Dutzend Unfälle unter Beteiligung von selbstfahrenden Tesla-E-Autos und Einsatzfahrzeugen gegeben hatte. Dabei sind insgesamt 15 Menschen verletzt worden, einer sogar tödlich. Auch Tesla nutzt für die Umfelderkennung vor allem Kameras – das System des Herstellers ist im Rahmen der Studie allerdings nicht überprüft worden.

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