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BMW Serienfertigung von CFK-Bauteilen für den i3

| Autor / Redakteur: Tina Rumpelt / Claus-Peter Köth

Alles auf einen Streich: Neues Material, neues Produkt, neues Werk. Bei BMW in Landshut läuft demnächst die Serienfertigung der CFK-Bauteile für die i3-Modelle an. Bis zu 35.000 Autos pro Tag sind geplant. Standortleiter Murat Aksel sieht sich gut gewappnet.

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Murat Aksel, Standortleiter Landshut der BMW Group: „Wir haben unseinen Know-how-Vorsprung erarbeitet.“
Murat Aksel, Standortleiter Landshut der BMW Group: „Wir haben unseinen Know-how-Vorsprung erarbeitet.“
(BMW)

Herr Aksel, am BMW-Standort Landshut werden seit mehr als zehn Jahren CFK-Bauteile gefertigt. Wie wichtig waren die Erfahrungen aus diesem Bereich für den Aufbau der CFK-Fertigung für die i-Baureihe?

Von fundamentaler Bedeutung. Wir wären heute nicht da, wo wir sind, könnten wir nicht auf die langjährigen Erfahrungen der CFK-Dachproduktion zurückgreifen. Als Gießerei und Komponentenwerk kennen wir zudem die Anforderungen und Herausforderungen der Industrialisierung im Automobilbau. Diese Expertise werden wir auch in Leipzig nutzen, wo eine weitere CFK-Bauteilefertigung gerade im Entstehen ist.

Gibt es Vorbilder, eventuell in anderen Industrien, für die Serienfertigung von CFK-Teilen?

Kohlefaserverbundwerkstoffe finden Sie im Flugzeugbau, bei Windkraftanlagen oder auch bei automobilen High-Performance-Anwendungen, wie in der Formel 1. Aber in Stückzahlen, die fern der Serienanwendung sind. Wir sind Pioniere.

Wie erarbeiten Sie sich das Know-how?

Wir sind angetreten zu beweisen, das CFK auch in der Großserie technisch und wirtschaftlich darstellbar ist. Anfänglich konnten wir auf Werkzeugerkenntnisse aus den genannten Industrien zurückgreifen. Die Adaption und Umsetzung für die automobile Großserie mussten wir uns jedoch sukzessive selbst erarbeiten. Und wir lernen noch Tag für Tag dazu. Mittlerweile sind wir auch stolz darauf, uns einen gewissen Know-how-Vorsprung geschaffen zu haben.

Das Carbon-Zeitalter geht BMW im Schulterschluss mit SGL Carbon an. Wie läuft die Zusammenarbeit?

Beide Partner erfahren eine Win-Win-Situation. Wir erhalten Zugang zum Werkstoff und zur Werkstoffkompetenz von SGL. SGL wiederum erweitert seine Kundenstruktur in Richtung Automobilindustrie. Wir arbeiten mit einem neuen Material, mit völlig neuen Prozessen und in einem neuen Werk. Material-, Prozess- und Produktentwicklung erfolgten in einem Zeitraum, in dem wir konventionelle Fahrzeuge in erprobten Prozessen entwickeln. Solche Herausforderungen bewältigt man nur, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

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