Zahlungsverpflichtung nicht nachgekommen Ssangyong muss sich neuen Investor suchen

Von Andreas Wehner

Eigentlich wollte ein Konsortium um den Elektro-Bus-Hersteller Edison Motors den in Schieflage geratenen SUV-Spezialisten übernehmen. Daraus wurde nichts. Der unter gerichtlicher Verwaltung stehende Autobauer ist jedoch optimistisch.

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(Bild: Michel / »kfz-betrieb«)

Der in der Sanierung befindliche Autobauer Ssangyong hat den Investitionsvertrag mit dem Konsortium um Edison Motors aufgelöst. Ursprünglich wollte der Elektro-Bus-Hersteller zusammen mit Partnern den in Schieflage geratenen SUV-Hersteller übernehmen. Das Konsortium sei jedoch seinen bis zum 25. März 2022 fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen, teilte Ssangyong am Montag mit.

Nach Abschluss des Übernahmevertrags hatte Ssangyong dem zuständigen Gericht Ende Februar einen Sanierungsplan vorgelegt. Dieser sah eine Rückzahlung der ausstehenden Forderungen sowie Änderungen der Aktionärsrechte vor, sobald die vollständige Zahlung eingegangen wäre. Das Gericht setzte den 1. April 2022 für die Gläubiger- und Aktionärsversammlung und damit als Termin für die Beschlussfassung fest.

Ssangyong muss sich nun einen neuen Investor suchen und erneut innerhalb der gesetzlichen Frist einen entsprechenden Sanierungsplan vorlegen. Das Unternehmen profitiert aber nach eigenen Angaben nun von einer verbesserten Ausgangslage gegenüber dem Beginn des Übernahmeprozesses im Juni 2021:

So läuft Ende Juni 2022 die Produktion des neuen J100 an, einem im Vergleich zum aktuellen Korando etwas größeren SUV. Von diesem Modell soll es – wie schon vom Korando – auch eine elektrische Variante geben. Die Auftragslage sei gut, ab Juni will Ssangyong daher wieder im Zweischichtbetrieb produzieren. In der Sanierungsphase musste der Autobauer die Produktion zurückfahren – auch aufgrund der Lieferschwierigkeiten bei Halbleitern.

Zudem plant der Hersteller ein CKD-Montagewerk (Completely Knocked Down Assembly Plant) in Saudi-Arabien, in dem vorproduzierte Fahrzeuge endmontiert werden sollen. Es wird eigenen Angaben zufolge 2023 die Produktion aufnehmen und hat eine Kapazität von jährlich 30.000 Einheiten.

„Eine solche Verbesserung der Geschäftsbedingungen erhöht den künftigen Unternehmenswert und zieht damit wettbewerbsfähigere Investoren an. Wir bemühen uns um eine Übernahme in kürzester Zeit, um nicht nur die Bedenken unserer Partner zu zerstreuen, sondern auch um eine solide Grundlage für das langfristige Wachstum des Unternehmens zu schaffen“, erklärt der vom Gericht eingesetzte Verwalter Young-won Jung.

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