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Abgasskandal

Staatsanwaltschaft bereitet Anklage gegen Stadler vor

| Autor/ Redakteur: Christoph Seyerlein / Jens Scheiner

Die Staatsanwaltschaft München II ist in der Diesel-Affäre einem Medienbericht zufolge von der Mitschuld des ehemaligen Audi-Chefs Rupert Stadler überzeugt und will ihn – wie drei weitere Ex-Angestellte der Ingolstädter – vor Gericht bringen.

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Der beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler bleibt bis auf Weiteres hinter Gittern.
Der beurlaubte Audi-Chef Rupert Stadler bleibt bis auf Weiteres hinter Gittern.
(Bild: Audi)

Die Staatsanwaltschaft München II ist offenbar von der Mitschuld des Ex-Audi-Chefs Rupert Stadler an der Diesel-Affäre überzeugt. Wie der „Spiegel“ unter Berufung auf Justizkreise berichtet, wollen die Ermittler bis spätestens Frühsommer 2019 Anklage gegen Stadler erheben. Doch nicht nur der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Ingolstädter soll sich vor Gericht verteidigen: Auch dem früheren Motorenchef und Porsche-Entwicklungsvorstand Wolfgang Hatz, dem Diesel-Entwickler Giovanni Pamio und dem Ingenieur Henning L. wollen die Strafverfolger demnach den Prozess machen.

Stadler, Hatz und Pamio saßen bereits mehrere Monate in Untersuchungshaft. Gemeinsam mit Henning L. wären sie die ersten, die sich wegen ihrer Rolle in dem Skandal vor einem deutschen Gericht verantworten müssten. Weitere könnten später folgen, die Staatsanwaltschaft München II ermittelt insgesamt gegen 20 Beschuldigte bei Audi.

Stadler wird unter anderem vorgeworfen, Diesel-Neuwagen in Europa weiter auf den Markt gebracht zu haben, obwohl klar war, dass sie mit illegalen Abschalteinrichtungen ausgestattet waren. Außerdem soll er versucht haben, Zeugen und Beschuldigte zu beeinflussen. Der langjährige Audi-Chef selbst weist alle Vorwürfe von sich. Die anderen drei Männer werden sich wohl wegen Betrugs oder Beihilfe verteidigen müssen.

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