Chipkrise Stefan Hartung: „Die Chipkrise ist 2022 nicht vorbei“

Quelle: dpa

Der designierte Bosch-Chef Stefan Hartung sieht noch lange kein Ende in der sogenannten Chipkrise. Auch die Ziele der Regierung kommentierte er zurückhaltend.

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Stefan Hartung auf der IAA 2021 in München.
Stefan Hartung auf der IAA 2021 in München.
(Bild: Robert Bosch)

Der künftige Bosch-Chef Stefan Hartung rechnet noch längere Zeit mit einem Mangel an Halbleitern. „Man muss es klar sagen: Die Chipkrise ist nicht vorbei“, sagte Hartung dem Magazin „Focus“. „Wir alle als deutsche Industrie sind massiv darauf angewiesen, dass die Lieferengpässe behoben werden. Jeder Chip, der fehlt, kann bedeuten, dass eine Lenkung und in der Folge ein ganzes Auto nicht gebaut werden kann. Das wird uns das ganze Jahr 2022 noch viel Kraft kosten.“ Hartung übernimmt zum Jahreswechsel von Volkmar Denner die Führung des größten Autozulieferers der Welt.

Die Chipkrise kann auch Vorhaben bedrohen, die von der Ampelkoalition vorangetrieben werden, etwa das Ziel, dass bis 2030 rund 15 Millionen vollelektrische Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein sollen.

Ziele der Ampelkoalition ambitioniert

Das sei nicht zu schaffen, „wenn die globalen Probleme in den Lieferketten nicht bald behoben werden. Und das gilt ja nicht nur für die Autoindustrie“, sagte Hartung, der sich ohnehin skeptisch zeigte: Ob das Ziel zu erreichen sei, müsse sich erst zeigen. „Dazu braucht es ja nicht nur die Rohstoffe, die Batterien und die Nachfrage, die wiederum stark von der Ladeinfrastruktur abhängt.“

Es gehe nicht allein um Autoproduktion, sondern um gesellschaftliche Veränderung und technologischen Umbau auf allen Ebenen. Die elektrische Energie, die die Fahrzeuge dann nutzen, solle ja obendrein grün sein.

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