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Kosteneffiziente Lösungen
Die neuen Vorgaben werden aber aus Sicht der Analysten dazu führen, dass die Herstellung von Dieselmotoren künftig teurer wird. Preistreiber sind dabei zusätzlichen Verbrennungs- und Abgasnachbehandlungstechnologien die zur Verbesserung notwendig werden. Die Folge: Der Preisabstand zum Benzinmotor wird weiter steigen. Roland Berger sieht mit Blick auf die ehrgeizigen EU-Abgasnormen bis 2020/ 2021 die Diesel-Technologie für die OEMs aber als alternativloses Mittel zur Erreichung der Vorgaben an.
Studien-Autor Schlick warnt trotzdem: „Umso wichtiger ist es für die Hersteller, kosteneffiziente Lösungen zu finden, die den geplanten zusätzlichen Abgastests stand halten können. Dabei soll aber der Fahrspaß für die Kunden nicht verloren gehen.“ Die zusätzlichen Kosten dürften aber laut Schlick auch dazu führen, dass der Diesel nicht mehr für alle Fahrzeugklassen eine sinnvolle Lösung bietet: „Investitionen dieser Größenordnung lohnen sich nur für Wagen der Oberklasse, da der Dieselmotor in Kleinst- und Kleinwagen durch die neuen Auflagen nicht mehr wettbewerbsfähig ist.“ Zudem Außerdem sei der Einsparfaktor an CO2-Emissionen bei Dieselfahrzeugen der Mittel- und Oberklasse deutlich höher (bis zu 35 Prozent) als bei kleinen Autos (bis zu 15 Prozent).
Neue Marktchancen für Zulieferer
Roland Berger rechnet infolge der höheren Kosten damit, dass der Anteil von Dieselfahrzeugen auch in Europa insgesamt zurückgehen wird. Konkret gehen die Experten davon aus, dass im Kleinwagensegment bis 2030 über 70 Prozent der Autos mit Beninzmotor ausgestattet sein werden. Bei Kleinstwagen werden Dieselmodelle demnach sogar komplett wegfallen. Im Mittelklassesegment rechnet die Studie damit, dass der Dieselanteil voraussichtlich von heute 64 auf 55 Prozent, bei Luxusautos von 50 auf nur noch 37 Prozent zurückgehen werde. Auch in der Oberklasse rechnen Schlick und seine Kollegen mit einer Senkung des Anteils von heute 88 Prozent auf 70 Prozent im Jahr 2030.
Die Automobilhersteller stehen daher vor großen Herausforderungen, denn sie müssen alternative und effiziente Technologien entwickeln, um die künftig strengeren Testauflagen erfüllen zu können. Doch neben den Herausforderungen ergeben sich laut Thomas Schlick auch insbesondere für die Zulieferer neue Möglichkeiten: „Für die Zulieferer bietet diese Marktverschiebung dagegen eine große Chance, wenn sie gemeinsam mit den OEMs innovative Technologien für Dieselmotoren und zeitgleich neue Lösungen für alternative Antriebe entwickeln.“
Zu dieser Einschätzung passt auch die Reaktion von Faurecia auf den aktuellen Abgasskandal. Sich selbst sieht as Unternehmen nämlich bestens für eine steigende Nachfrage nach Technologien zur Emissionskontrolle gerüstet.
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