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Brancheneinschätzung Studie: Diesel wird Privileg der Oberklasse

| Redakteur: Christian Otto

Das Beratungsunternehmen Roland Berger hat die möglichen Folgen des Abgas-Skandals für das Antriebskonzept betrachtet. Demnach kommen einschneidende technische wie finanzielle Herausforderungen auf die Branche zu. Doch es bieten sich auch Chancen.

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Die OEMs und Zulieferer stehen vor vielfältigen Herausforderungen, soll der Diesel auch zukünftig ein Erfolgsgarant bleiben.
Die OEMs und Zulieferer stehen vor vielfältigen Herausforderungen, soll der Diesel auch zukünftig ein Erfolgsgarant bleiben.
(Foto: VW)

Die VW-Abgasaffäre kratzt am Ruf des Diesels. Manch ein Medium schrieb gar schon vom Ende dieses Motorenkonzepts. Das es in nächster Zeit soweit kommt, ist zu bezweifeln. Aber trotzdem stehen die Automobilhersteller und Zulieferer vor der Herausforderung den temporären Schock zu überwinden und die Zukunftsfähigkeit der Technik zu überprüfen. Diesem Spannungsfeld widmeten sich auch die Experten des Beratungsunternehmens Roland Berger in ihrer neuen Studie „Diesel controversy – temporary shock or paradigm shift in powertrain?“ zu.

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Thomas Schlick, Partner von Roland Berger und Autor der Studie, legt sich fest, dass der Diesel auch weiterhin unabdingbar ist und weist auf die Rahmenbedingungen hin: „Ohne Dieselmotoren wird es nicht möglich sein, die von der EU geforderten CO2-Emissionswerte bis 2020/ 2021 zu erreichen.“ Gleichzeitig mahnt er aber auch zu einer Neubewertung, um die Technik auch zukünftig verkaufen zu können: „Trotzdem werden OEMs und Zulieferer umdenken müssen, wenn Dieselmotoren nicht von der Straße verschwinden sollen.“

Leitmarkt Europa

Dabei sollte der Diesel gerade am europäischen Markt gepflegt werden. Denn dort hatten laut der Studie im Jahr 2014 mehr als die Hälfte der 12,5 Millionen verkauften Neuwagen einen Dieselmotor. Auf dem US-Markt, wo der Skandal seinen Ursprung nahm, bleibt die Motorenvariante hingegen unterrepräsentiert: von knapp 14 Millionen Neuzulassungen waren es nur 3 Prozent. Und auch in China bleibt der Benziner das Maß aller Dinge. Von 18 Millionen Neufahrzeugen waren weniger als ein Prozent mit Dieselmotoren ausgestattet, so die Roland Berger-Experten.

Der Diesel hatte es sogar in den letzten Jahren geschafft ein gewisses Saubermann-Image aufzubauen. Zumindest sprachen die Abgaszyklen für eine Verbesserung. Doch der Abgasskandal hat diese Tendenz ausgehebelt und verdeutlicht, dass auch moderne Systeme die scharfen Vorgaben nicht oder nur schwer einhalten können. Roland Berger erwartet nun als logische Konsequenz, dass die Auflagen für Emissionstests verschärft werden. Der Fokus auf Laborwerte wird dann nicht mehr ausreichen. Vielmehr sind die im realen Straßenverkehr erzielten Schadstoffnormen künftig wohl ausschlaggebend.

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