Halbleitermangel Studie: Versorgung mit Halbleitern schlechter als angenommen

Autor / Redakteur: dpa / Sven Prawitz

Der Mangel an Halbleitern ist für einige Autohersteller zur Versorgungskrise geworden. Die Berater von Alix Partners rechnen mit größeren Engpässen als zunächst angenommen.

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Weltweit mangelt es derzeit an Wafern, dem Grundmaterial für Mikroelektronik.
Weltweit mangelt es derzeit an Wafern, dem Grundmaterial für Mikroelektronik.
(Bild: IBM POWER10 wafer / IBM Research / CC BY-ND 2.0)

Die Engpässe bei der Versorgung mit Elektronikbauteilen dürfte die Autobranche in diesem Jahr noch teurer zu stehen kommen als bisher gedacht. Aufgrund des Chipmangels würden 2021 weltweit fast vier Millionen Fahrzeuge weniger produziert, schätzt die Beratungsfirma Alix Partners. Das entspreche einem Wert nicht produzierter Fahrzeuge von etwa 110 Milliarden US-Dollar (91 Mrd. Euro) – fast doppelt so viel wie von der Unternehmensberatung noch Ende Januar geschätzt.

Ein erheblicher Anteil der nicht produzierten Fahrzeuge werde sich in den Verkaufszahlen der Hersteller niederschlagen, sagte Alix-Partners-Manager Marcus Kleinfeld. Allerdings würden diese ihre Lagerbestände senken und damit den Effekt teilweise kompensieren.

Produktionsausfälle bei BMW, Daimler, VW & Co

Wenn einzelne wichtige Bauteile fehlen, kann das die Fertigung von Autos unter Umständen ganz blockieren. Der Volkswagen-Konzern rechnet mit 100.000 Fahrzeugen, die im ersten Quartal wegen fehlender Halbleiter nicht gebaut werden konnten. Die Auswirkungen könnten im zweiten Quartal noch deutlicher zutage treten, hieß es kürzlich aus Wolfsburg.

Auch Daimler fehlen Teile, BMW musste ebenfalls in einzelnen Werken tageweise die Produktion drosseln. Der US-Autoriese Ford kalkuliert dieses Jahr Belastungen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar für die Knappheit bei den Chips ein. Von den großen OEMs scheint lediglich Toyota keine Kompromisse eingehen zu müssen. Zumindest haben die Japaner noch keine größeren Produktionsausfälle vermeldet. Die meisten Autobauer wie VW und Daimler rechnen in der zweiten Jahreshälfte allerdings mit Besserung.

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