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Industrie 4.0-Barometer Studie: Was bremst und treibt die Industrie 4.0?

| Redakteur: Thomas Günnel

Welche Treiber und Hemmnisse gibt es bei Industrie-4.0-Projekten in Deutschland? Das Beratungsunternehmen MHP und die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben Unternehmen dazu befragt: Im „Industrie 4.0-Barometer“ geben sie einen Überblick.

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Die Industrie 4.0 in deutschen Industrien: Eine Studie zeigt den aktuellen Stand und Entwicklungspotenziale.
Die Industrie 4.0 in deutschen Industrien: Eine Studie zeigt den aktuellen Stand und Entwicklungspotenziale.
(Bild: Bosch )

Unstrukturierte und nicht standardisierte Methoden bremsen häufig den Einsatz unternehmensweiter Industrie-4.0-Projekte – das ergab die Studie von MHP und der LMU aus dem Jahr 2018. Aber welche konkreten Treiber und Hemmnisse existieren in der Industrie?

Das diesjährige Industrie-4.0-Barometer zeigt ein branchenweit gestiegenes Bewusstsein für das Thema. Der Einsatz der Technologien verlagert sich zunehmend von der Experimentier- in die Test- und Pilotphase. „Von der Vernetzung über Produktionsstandorte und Unternehmensgrenzen hinweg ist die Wirtschaft allerdings noch weit entfernt. Im Fokus stehen weniger disruptive Ziele, wie etwa die schrittweise Vernetzung des Maschinenparks“, sagt Tom Huber, Head of Operations Performance & Strategy bei MHP. Zentrale Hemmnisse für den Roll-out von Industrie 4.0 stellen IT-Legacy-Systeme und Datensilos dar – insbesondere bei Großunternehmen.

Fachkräfte gesucht

Zusätzlich bremsen organisatorische Rahmenbedingungen den Wandel: Demnach fehlt es bei über der Hälfte der Unternehmen wegen des Tagesgeschäfts an Kapazitäten für das Thema. Ebenso ist die Zusammenarbeit über Funktionsbereiche hinweg mangelhaft – und es fehlen Fachkräfte, die die Digitalisierung der industriellen Produktion gestalten können.

Bei vielen Unternehmen ist zudem nicht klar, welchen wirtschaftlichen Mehrwert Investitionen in Industrie 4.0 haben. Auffällig ist auch, dass die Unternehmen ihren strategischen Fokus verstärkt auf geringere Kosten und höhere Prozesseffizienz legen. Die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ist hingegen weniger wichtig.

Johann Kranz, Professor für Internet Business and Internet Services von der Ludwig-Maximilians-Universität München, sieht darin einen Ausdruck wachsender wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit. „Viele Unternehmen sind aufgrund der sich eintrübenden konjunkturellen Lage und Handelsrisiken eher abwartend und schrecken vor großen Investitionen, die wiederum mit Unsicherheit behaftet sind, zurück.“

Andreas Henkel, Senior Manager MHP Management- und IT-Beratung GmbH

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