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Coronakrise Tesla baut Beatmungsgerät-Prototypen aus Model-3-Teilen

| Autor: Svenja Gelowicz

Der kalifornische Autobauer will Krankenhäuser im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie unterstützen. Ein Video zeigt den ersten Prototypen eines Beatmungsgeräts.

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Blick in die Tesla-Fertigung Fremont.
Blick in die Tesla-Fertigung Fremont.
(Bild: Tesla)

Mund-Nasen-Schutz, ernste Miene: Elon Musk zeigt sich in Sachen Coronavirus von seiner seriösen Seite, wenn er in einem Video verkündet, dass Tesla einen ersten Prototypen eines Beatmungsgeräts entwickelt hätte. Das ist zumindest erwähnenswert vor dem Hintergrund, dass er in einem Tweet Anfang März noch schrieb, die Panik rund um das Coronavirus sei „dumm“.

In dem knapp vierminütigen Video erklärte Musk nun, dass Tesla den Prototypen eines Beatmungsgeräts vor allem aus eigenen Teilen bauen möchte. So wolle man die Medizinindustrie unterstützen, ohne ihnen Bestände wegzunehmen.

Keine Details zur Produktion – nur eine PR-Maßnahme?

Ein Mitarbeiter sagt weiterhin, man wolle sich auch aus dem eigenen Regal bedienen, da man die eigenen Produkte gut kenne, sie außerdem verlässlich und schnell verfügbar seien. In einer Grafik im Video sieht man eine farbige Skizze des Geräts: alle rot eingefärbten Teile seien von Tesla selbst. Darunter sind Sensoren, das Infotainment-System sowie Touchscreens des Model 3 und Steuergeräte. Noch sei „eine Menge Arbeit zu tun“. Details zu Stückzahlen, Produktion oder dem Zeitplan nannte der Entwickler nicht.

Dass Elon Musk oft auf außergewöhnliche PR-Maßnahmen setzt, ist bekannt. Bereits 2018, als zwölf Jugendliche in einer thailändischen Höhle eingeschlossen waren, wollte der E-Auto-Pionier mit einem U-Boot unterstützen. Das Ganze endete in einem öffentlichen Streit mit einem der Rettungstaucher, der die Maßnahme als PR-Mittel kritisierte.

Unternehmen der Autoindustrie wollen helfen

Tesla ist mit seinem Vorhaben nicht allein. Viele Unternehmen der Autoindustrie versuchen, Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen mit Medizintechnik zu unterstützen. So will zum Beispiel auch der spanische Autobauer Seat Beatmungsgeräte bauen. Der Volkswagen-Konzern hat außerdem begonnen, Halterungen für Gesichtsschilde im 3-D-Druck-Verfahren zu produzieren, ebenso Jaguar Land Rover. Skoda produziert mit seinen 3-D-Druckern FFP3-Atemschutzmasken. Auch viele Zulieferer unterstützen mit umgerüsteten Fertigungen.

Wie die Automobilindustrie unterstützen kann

Meldungen von OEMs und Zulieferern, die die Medizinbranche unterstützen, machen Mut und zeigen, welche Innovationskraft in der produzierenden Industrie steckt. Hat auch Ihr Unternehmen so eine Geschichte zu erzählen? Teilen Sie sie mit uns und unseren Lesern. Mailen Sie uns gerne: redaktion@automobilindustrie.de

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Über den Autor

 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Autojournalistin