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Wirtschaft

Tesla in finanziellen Schwierigkeiten

| Autor/ Redakteur: Hans-Robert Richarz/Ampnet / Maximiliane Reichhardt

Tesla-Finanzchef Elon Musk kündigte strikte Sparmaßnahmen an: Werden diese nicht eingehalten, könne in spätestens zehn Monaten das Geld ausgehen. Musk verliert den Rückhalt bei den Tesla-Aktionären.

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Teslas Model 3 muss mit dem Volkswagen ID3 konkuurrieren, für den es in der ersten Woche nach seiner Präsentation 15.000 Vorbestellungen gab.
Teslas Model 3 muss mit dem Volkswagen ID3 konkuurrieren, für den es in der ersten Woche nach seiner Präsentation 15.000 Vorbestellungen gab.
( Bild: Tesla )

Der Elektroauto-Hersteller Tesla sieht sich mit erheblichen finanziellen Problemen konfrontiert: Die wirtschaftlichen Aussichten sind alles andere als rosig und zu allem Überfluss scheinen sogar einst überzeugte Tesla-Aktionäre das Vertrauen in ihre Kapitalanlage zu verlieren. Zwar stieg der Umsatz in den ersten drei Monaten dieses Jahres auf über 4,5 Milliarden Dollar (ca. 4,1 Milliarden Euro) – über eine Milliarde mehr als im gleichen Zeitraum im Jahr 2018. Doch im Vergleich zum vorherigen Quartal bedeutete das einen Rückgang von mehr als einem Drittel. Von Oktober bis Dezember 2018 verzeichnete das Unternehmen noch einen geringen Gewinn, doch seither gab es nur tiefrote Zahlen. Im ersten Quartal 2019 verlor Tesla mehr als 700 Millionen Dollar (ca. 630 Millionen Euro), denn Ende März waren statt der geplanten 76.000 Autos 13.000 weniger vom Band gelaufen.

Musk: „Fortan muss mit allen Mitteln gespart werden“

Erst vor kurzem hatte Elon Musk mittels einer Kapitalerhöhung mehr als zwei Milliarden Dollar frisches Geld an der Börse eingesammelt. Nun verteilte er ein Schreiben an seine Mitarbeiter, das es in sich hat: Fortan, so hieß es, müsse mit allen Mitteln gespart werden. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass der Tesla-Finanzchef kein Tabu auslassen würde und zitierte aus der Mail: „Alle Ausgaben jeglicher Art, einschließlich Teile, Gehalt, Reisekosten, Miete, buchstäblich jede Zahlung, die unser Bankkonto verlässt, muss überprüft werden, egal wie klein die Ausgaben sein mögen.“ Anderenfalls könne in spätestens zehn Monaten das Geld ausgehen. Dass der Sparappell an der Börse alles andere als gut ankommt, liegt auf der Hand.

Doch er gilt nicht als einziger Grund dafür, dass der Aktienkurs zur Zeit bei um die 200 Dollar (180 Euro) liegt – so niedrig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Mitte 2017 hatte eine Tesla-Aktie noch fast doppelt so viel gekostet. Stärker schlägt ins Tesla-Kontor, dass sich nun die etablierte Autokonkurrenz nicht nur in den USA, sondern vor allem auch in Europa mit Vehemenz auf die Elektromobilität gestürzt hat. Dem von Elon Musk vollmundig für einen Basispreis von 35.000 Dollar (31.500 Euro) angepriesenen Model 3 fährt demnächst der Volkswagen ID3, für den es in der ersten Woche nach seiner Präsentation 15.000 Vorbestellungen gab, mit einem ähnlichen Preis in die Parade. Was BMW, Daimler, General Motors oder Ford an elektrisch betriebenen Personenwagen und SUVs in Vorbereitung haben, ist für Tesla eine starke Konkurrenz – ganz zu schweigen von den Japanern und Südkoreanern.

Auch mit Sicherheitsproblemen war Tesla ins Gerede gekommen: Vor zwei Monaten gab es bei einem Tesla, der im Auto-Pilot-Modus unterwegs war, einen Zusammenstoß mit einem Lkw. Es war bereits der dritte Unfall, bei dem der Fahrer seine Hände nicht am Steuer hatte. Ein weiteres Problem droht Tesla in Person des amerikanischen Präsidenten und dessen Wirtschafts- und Zollkrieg mit China. Eigentlich war Musks neue Gigafactory 3 im chinesischen Schanghai, wo ab Ende dieses Jahres das Model 3 für den riesigen chinesischen Markt produziert werden soll, als Garant für schwarze Zahlen herhalten. Doch wenn die gegenseitigen Bedrohungen anhalten, geraten solche Hoffnungen zur Makulatur.

Experten befürchten einen Absturz des Tesla-Kurses

Kein Wunder, dass Börsenexperten nach und nach die Geduld mit Tesla verlieren. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Elon Musk gerne mit großartigen Versprechungen an die Öffentlichkeit geht, um Pläne für neue Modelle zu verkünden. Er solle sich lieber auf das Tagesgeschäft mit seinem Model 3 konzentrieren, heißt es. Erst kürzlich hatte sich einer der größten Aktionäre von Tesla abgewendet. Die Investmentgesellschaft T. Rowe Price stieß im ersten Quartal gut 80 Prozent ihrer Tesla-Aktien ab. Lieferprobleme beim Model 3 und der Streit mit den Regulierungsbehörden wegen Musks umstrittener Tweets seien Auslöser gewesen. Absolut schwarz für den Elektroautohersteller sah jetzt der Aktienexperte Adam Jonas von der renommierten Investmentbank Morgan Stanley aus New York. Er geht davon aus, dass im schlimmsten Fall mit einem Absturz des Tesla-Kurses auf zehn Dollar (neun Euro) gerechnet werden müsse.

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