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Verbrauchertest

Tesla Model 3 im Test: Schlechte Bremsen, große Reichweite

| Autor/ Redakteur: Christoph Seyerlein / Sven Prawitz

Die US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Reports lässt nach einem Test kein gutes Haar an den Bremsen des Tesla Model 3. Kritik gibt es auch am Bediensystem und der Geräuschkulisse. An anderer Stelle hebt sich das Auto allerdings positiv von der Konkurrenz ab.

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Schwache Bremsleistung, starke Reichweite – der Consumer-Reports-Test zeigt die Stärken und Schwächen des Tesla Model 3 auf.
Schwache Bremsleistung, starke Reichweite – der Consumer-Reports-Test zeigt die Stärken und Schwächen des Tesla Model 3 auf.
(Bild: Tesla)

Hundertausende Vorbesteller weltweit stehen seit Monaten in der Warteschlange für das Tesla Model 3. Ein aktueller Testbericht der einflussreichen US-Verbraucherschutzorganisation Consumer Reports (CR) könnte die Vorfreude auf das Auto nun trüben: Vor allem die Bremsen des Model 3 fielen den Prüfern negativ auf.

Den Ergebnissen zufolge brauchte die Kompaktlimousine bei mehreren Durchgängen durchschnittlich 46 Meter, um aus einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern zum Stehen zu kommen. Marktüblich sind in dieser Fahrzeugklasse laut CR lediglich 35 Meter; selbst ein Ford F-150 hatte den Testern zufolge einen rund zwei Meter kürzeren Bremsweg als das Model 3.

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Auto Bild mit ähnlichen Ergebnissen

Zu beachten ist, dass man bei der Vergleichbarkeit von Bremstests stets vorsichtig sein sollte, da die Ergebnisse von den Bedingungen und dem Fahrer abhängen. Consumer Reports hat folgende Vorkehrungen getroffen, um möglichst realitätsnahe Werte zu liefern: Getestet wurde in mehreren Durchgängen mit kalten und warmen Bremsen.

Außerdem besorgten sich die Tester neben dem von Tesla gelieferten Model 3 eines aus Kundenhand. Die Summe aller Werte jener beiden Autos ergaben schließlich den durchschnittlichen Bremsweg von 46 Metern. Zu ähnlichen Ergebnissen war zuletzt übrigens auch die „Auto Bild“ gekommen.

Elon Musk reagierte umgehend

Tesla selbst hatte den Bremswegen für das Model 3 nach eigenen Messungen mit 38 bis 40 Metern angegeben. Dass die Tests von Consumer Reports in den USA von großer Bedeutung sind, zeigt die Reaktion des Herstellers auf die Ergebnisse. Tesla-Chef Elon Musk kündigte ein Firmware-Update an, dass das Bremsverhalten des Autos verbessern soll. Ziel sei es, dass das Model 3 kürzere Bremswege erreiche als jedes vergleichbare Fahrzeug.

Neben den Bremsen übt CR noch weitere Kritik an Teslas erstem Massenmodell: So wiesen die Tester darauf hin, dass die Bedienung allein über das große Display möglich sei. CR sieht darin enorme Ablenkungsgefahr für den Fahrer, da er keine Möglichkeit hat, selbst einfache Befehle wie etwa die Einstellung der Außenspiegel oder der Klimaanlage instinktiv über Knöpfe einzugeben. Wenig Freude bereiteten den Testfahrern auch die unbequemen Sitze und zu laute Windgeräusche bei Autobahnfahrten.

Model 3 mit herausragender Reichweite

An anderer Stelle fiel das Model 3 im Test aber positiv auf. Alles in allem biete das Auto großen Fahrspaß, schreibt Consumer Reports. Beim Handling könne es das Fahrzeug mit einem Porsche 718 Boxster aufnehmen.

Am meisten beeindruckte die Tester aber die Reichweite des E-Autos. Im sparsamsten Fahrmodus, der das Fahrzeug automatisch stärker abbremst, wenn der Fahrer vom Gaspedal geht, kam das Model 3 mit einer Batterieladung über 560 Kilometer weit. Das ist der beste Wert, den ein Elektroauto je bei einem CR-Test erzielt hat. Und selbst ohne die zusätzliche Bremsunterstützung schaffte das Auto immer noch beachtliche 500 Kilometer.

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