Datensicherheit „Tisax kann sich zum globalen Standard entwickeln“

Redakteur: Thomas Günnel

Informationssicherheit ist bei der Produktion von Bauteilen und Automobilen unabdingbar. Danilo Kurpiela, Bereichsleiter der Dekra Certification, erklärt, welche Herausforderungen der Standard Tisax für die Automobilindustrie bringt.

Danilo Kurpiela ist Leiter des Bereichs „Operations“ bei der Dekra Certification.
Danilo Kurpiela ist Leiter des Bereichs „Operations“ bei der Dekra Certification.
(Bild: Dekra)

Herr Kurpiela, wie passen Informations­sicherheit und Produktion zusammen – es geht doch um Produkte?

In der Automobilindustrie war in den vergangenen Jahren vor allem das IATF-System in aller Munde. Nun ist Tisax das neue, beherrschende Thema. Daten werden weltweit ausgetauscht, Prototypen unterliegen einem besonderen Schutz. Im Mittelpunkt stehen der Schutz geistigen Eigentums, schnelle Innovationszyklen und streng vertrauliche Informationen. Dieser Schutz wird seit einiger Zeit über das Tisax-System insbesondere von den deutschen OEMs eingefordert. Einbezogen ist dabei die gesamte Bandbreite an Dienstleistern in der Liefer­kette, vom Zulieferer über Ingenieurbüros bis hin zu Event- und Fotoagenturen.

Diese Standards werden kurzfristig eine Anforderung im automobilen Umfeld werden.

Danilo Kurpiela

Hat das die ISO 27001 nicht ausreichend geregelt?

Die ISO 27001 ist der globale, branchenneutrale, aber damit auch allgemein gehaltene Standard zu einem Managementsystem für Informationssicherheit. Die OEMs wollen spezifische eigene Zusatzanforderungen prüfen und eine gegenseitige Anerkennung sicherstellen. Dies ermöglicht die Tisax-Plattform. Eine spezielle Anforderung ist beispielsweise die Prüfung des Umgangs mit Prototypen in Bezug auf Informationssicherheit.