Suchen

Elektronik Transparente Radarsensoren im Autoscheinwerfer

| Redakteur: Sven Prawitz

Forscher entwickeln für im Scheinwerfer integrierte Radarsensoren ein transparentes Dünnschichtsystem. Es steuert Radarwellen und formt auch hochfrequente Wellen.

Firma zum Thema

Fraunhofer-Forscher arbeiten an transparenten Radarsensoren, die sich in Autoscheinwerfer integrieren lassen.
Fraunhofer-Forscher arbeiten an transparenten Radarsensoren, die sich in Autoscheinwerfer integrieren lassen.
(Bild: Fraunhofer FEP)

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP haben zusammen mit Partnern einen im Frontscheinwerfer integrierten Radarsensor entwickelt. Neben der Integration untersuchten die Beteiligten mit welchem Dünnschichtsystem sich Radarwellen verlustarm steuern lassen, ohne dass es die Beleuchtungsaufgabe des Scheinwerfers einschränkt.

Die dünne transparente funktionale Beschichtung wurde für eine im Scheinwerfer angebrachte Baugruppe entwickelt, mit der sich die Radarstrahlen gezielt formen und lenken lassen.
Die dünne transparente funktionale Beschichtung wurde für eine im Scheinwerfer angebrachte Baugruppe entwickelt, mit der sich die Radarstrahlen gezielt formen und lenken lassen.
(Bild: Fraunhofer FEP)

Dazu wurde eine dünne transparente funktionale Beschichtung für eine im Scheinwerfer angebrachte Baugruppe entwickelt, mit der sich die Radarstrahlen gezielt formen und lenken lassen. Die Beschichtung kann die Strahlausbreitung je nach Einsatzart unterschiedlich manipulieren: Um beispielsweise Fußgänger zu erfassen und zu erkennen, werden die Radarstrahlen zur Seite gelenkt. Wie ein Auge lässt sich die Strahlausformung auf den Nah- oder Fernbereich anpassen. Um die Ausbreitung der Radarstrahlen zu lenken und zu formen, müssen kleine Bereiche der Beschichtung mittels Laser präzise strukturiert werden, sodass diese als Antennen für die Radarwellen fungieren können.

Dünnschichtsystem im sichtbaren Bereich nahezu transparent

Das Dünnschichtsystem sei im sichtbaren Bereich nahezu transparent und könne zudem auch hochfrequente Wellen formen. Dazu Manuela Junghähnel, Projektleiterin am FEP: „Der Herstellungsprozess ist so weit optimiert, dass die Beschichtung die Farbe der Lichtquelle unverändert lässt und Temperaturschwankungen zwischen minus 30 und 120 °C standhält.“

Ein Demonstrator ist für den Fernbereich ausgelegt: damit lässt sich das Radar mit einer Verstärkung von 20 dBi (Antennengewinn) in einer kleinen Strahlbreite von 5° in Fahrtrichtung bündeln. Hindernisse in bis zu 300 m Entfernung sind eigenen Angaben zufolge erfassbar.

Das Antennenlayout simulieren

Neben dem Fraunhofer FEP sind das Institut für Hochfrequenztechnik der RWTH Aachen und das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT am Projekt beteiligt. Die Experten der RWTH Aachen simulierten das Antennenlayout und überprüften dieses durch Messungen im Frequenzband von 76 bis 81 GHz. Somit konnten die Eignung und die Leistungsfähigkeit des Radarreflektors bestimmt werden. Die Forscher am Fraunhofer ILT entwickelten einen hochpräzisen Laserabtragprozess zur Strukturierung der Antennenelemente auf der Beschichtung.

Neben Lizenzvereinbarungen, heißt es vom FEP, werden weitere Kooperationsprojekte mit der Industrie angestrebt, um die Radarsensoren in der Serienproduktion umzusetzen.

(ID:46899447)