Spritpreise „Krise nicht ausnutzen“: Wie Trigema-Tankstellen kalkulieren

Von Sven Prawitz 1 min Lesedauer

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Konflikte treiben die Spritpreise in die Höhe, noch bevor die Einkaufspreise steigen. Nicht bei Trigema. Der Textilhersteller bleibt an seinen Tankstellen etwa 20 Cent günstiger, berichtet der Münchner Merkur.

Trigema betreibt an drei seiner Standorte je eine Tankstelle. Das Textilunternehmen ist in der aktuellen Krise durch besonders günstige Kraftstoffpreise aufgefallen.(Bild:  TRIGEMA W. Grupp/Screenshot: Vogel Communications Group)
Trigema betreibt an drei seiner Standorte je eine Tankstelle. Das Textilunternehmen ist in der aktuellen Krise durch besonders günstige Kraftstoffpreise aufgefallen.
(Bild: TRIGEMA W. Grupp/Screenshot: Vogel Communications Group)

Laut einem Bericht des Münchner Merkur tanken Kunden an den drei Tankstellen des Textilunternehmens Trigema in Burladingen, Rangendingen und Altshausen besonders günstig. Dort liegen die Preise für Benzin und Diesel laut Recherchen des Merkur im Schnitt etwa 20 Cent unter denen der regionalen Konkurrenz.

Das Geheimnis hinter dieser Preispolitik erklärte Wolfgang Grupp junior gegenüber dem Münchner Merkur. Das Unternehmen verfolge ein Konzept, das schon sein Vater vor Jahrzehnten eingeführt habe: Die Preise an der Zapfsäule basieren rein auf dem Einkaufspreis.

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Trigema: Kein Sicherheitsaufschlag

Trigema verzichte auf präventive Sicherheitsaufschläge. „Seit Beginn des Iran-Kriegs machen wir das nicht anders“, wird Grupp junior vom Merkur zitiert. Das Unternehmen erhöhe die Preise erst dann, wenn tatsächlich eine neue, teurer eingekaufte Sprit-Lieferung eintreffe. Die Gewinnmarge pro Liter sei heute noch exakt dieselbe wie vor Beginn der Krise.

Ein Zuschussgeschäft sind die Tankstellen laut dem Zeitungsbericht für Trigema dennoch nicht. Obwohl der Großteil des Spritpreises in Deutschland durch Steuern und Abgaben diktiert wird, betonte Grupp im Gespräch mit dem Merkur: „Ein bisschen was verdienen wir an unseren Tankstellen schon.“ Geholfen habe dem Unternehmen in der aktuellen Situation vor allem die Flexibilität langjähriger Lieferanten.

Dass die faire Preisgestaltung bei der Bevölkerung gut ankommt, belegen laut dem Merkur zahlreiche Dankesbriefe von Kunden an das Unternehmen. Grupp junior freue sich zwar über die positive Resonanz, zeigte sich gegenüber der Zeitung aber auch nachdenklich: Es sei auf eine gewisse Art erschreckend, dass sich Menschen für etwas bedanken, das eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte – „nämlich, dass man eine Krise nicht ausnutzt.“

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