Ferngesteuerte Autos Teleoperation: Hamburg erlaubt ferngesteuerte Pkws ohne Testfahrer

Von Sven Prawitz

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In der Hansestadt Hamburg dürfen künftig ferngesteuerte Autos ohne Testfahrer eingesetzt werden. Anbieter Vay wurde der Einsatz im Stadtteil Bergedorf nun genehmigt.

Vay entwickelt Technik, um Autos aus der Ferne zu steuern.
Vay entwickelt Technik, um Autos aus der Ferne zu steuern.
(Bild: Vay)

Vay darf in Hamburg Autos ohne Testfahrer auf öffentlichen Straßen einsetzen. Wie das Start-up mitteilt, habe es eine Ausnahmegenehmigung für den Einsatz seiner Telefahr-Technik von der Behörde für Verkehr- und Mobilitätswende der Stadt Hamburg (BVM) erhalten. Konkret gehe es um einen definierten Bereich im Stadtteil Bergedorf.

Wie das Unternehmen mitteilt, arbeite es an einem Tür-zu-Tür-Service, bei dem die Kunden per App ein elektrisches Fahrzeug bestellen. Ein ausgebildeter Bediener steuert aus der Ferne das Auto direkt zu den Kunden. Die Fahrer sitzen in einer Zentrale an einer Telefahrstation mit Autolenkrad und -pedalen.

Auto abgeben ohne Parkplatz zu suchen

Wenn die Kunden an ihrem Ziel angekommen sind, übernimmt ein Telefahrer das Fahrzeug wieder – die Parkplatzsuche entfalle, beschreibt Vay den Vorgang. Dabei soll der Service zu ähnlichen Kosten wie bei Carsharing-Angeboten möglich sein.

Der Hansestadt liege ein positives Gutachten von TÜV Süd vor, das insbesondere die „Funktionale Sicherheit“ und „Cybersicherheit“ des Systems in Anlehnung an die Normen ISO 26262 und ISO/SAE 21434 betrachtet.

Testbetrieb in Hamburg und Berlin

Vay testet seine Technik seit mehr als drei Jahren mit ferngesteuerten Elektro-Autos auf öffentlichen Straßen in Berlin und Hamburg – bislang noch mit Sicherheitsfahrer.

„Es ist toll zu sehen, dass das aus Europa heraus möglich ist“, freut sich Thomas von der Ohe, Mitgründer und CEO von Vay. „Mit unserem Service können weniger Fahrzeuge mehr Menschen transportieren. Damit bleibt in den Städten mehr Platz zum Leben.“

Über Vay

Vay will einen günstigen Tür-zu-Tür-Mobilitätsdienst mit ferngesteuerten – „telegefahrenen“ – Autos anbieten. Das Unternehmen sieht das Telefahren als einen alternativen Ansatz zum autonomen Fahren und will auf der Grundlage mit Telefahr-Daten schrittweise autonome Funktionen in sein System einführen. 2018 von Thomas von der Ohe, Fabrizio Scelsi und Bogdan Djukic in Berlin gegründet, arbeiten momentan gut 150 Mitarbeiter für das Start-up.

Das Unternehmen hat Niederlassungen in Berlin, Hamburg und in Portland, USA. Zu den Unterstützern gehören unter anderem der ehemalige Alphabet CFO Patrick Pichette, Peter Mertens, ehemaliges Vorstandsmitglied für Forschung & Entwicklung und Design sowie CTO von Audi, sowie Spotifys Technologie- und Produktchef Gustav Söderström.

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