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Karriere VBW-Studie: Fachkräftemangel nimmt zu

| Autor: Jens Scheiner

Laut der Studie „Arbeitslandschaft 2025“ der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) fehlen im Jahr 2025 rund 2,9 Millionen Fachkräfte am deutschen Arbeitsmarkt. Um dem entgegenzuwirken, müssten Arbeitgeber und Politik in fünf Handlungsfeldern entsprechende Maßnahmen ergreifen.

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Der aktuellen Studie „Arbeitslandschaft 2025“ zufolge sieht sich Deutschland langfristig mit einem deutlichen Rückgang des Arbeitskräfteangebots, besonders in der mittleren Qualifikationsebene, konfrontiert.
Der aktuellen Studie „Arbeitslandschaft 2025“ zufolge sieht sich Deutschland langfristig mit einem deutlichen Rückgang des Arbeitskräfteangebots, besonders in der mittleren Qualifikationsebene, konfrontiert.
(Bild: Audi)

Der aktuellen Studie „Arbeitslandschaft 2025“ zufolge sieht sich Deutschland langfristig mit einem deutlichen Rückgang des Arbeitskräfteangebots konfrontiert. Demnach ist die Fachkräftesicherung eine zentrale Herausforderung für Unternehmen in Deutschland und Bayern. Denn die Zahl der Personen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren sinkt im Prognosezeitraum von 54 Millionen auf 47 Millionen Personen im Jahr 2045. Bereits bis zum Jahr 2025 soll durch die Alterung der Gesellschaft das Arbeitskräfteangebot von aktuell 43,7 Millionen auf 42 Millionen Personen zurückgehen.

Der Studie zufolge werden demnach deutschlandweit im Jahr 2025 bis zu 2,9 Millionen Arbeitskräfte fehlen. Für Bayern wird zu diesem Zeitpunkt eine Arbeitskräftelücke in Höhe von 350.000 Personen prognostiziert. In der Zusammenschau von Arbeitskräftenachfrage und Arbeitsangebot zeigt sich hiermit, dass die Fachkräftelücke in den nächsten Jahren weiter anwachsen wird.

Besonders deutlich zeigt sich der Mangel auf der Stufe der beruflich Qualifizierten. Ausschlaggebend ist hierfür ein starker Rückgang des Arbeitskräfteangebots. Anders verhält es sich bei Personen mit einem Hochschulabschluss. Kommt es dabei zu keiner Veränderung der Ausbildungspräferenzen, wird das Angebot an Arbeitskräften mit einem Hochschulabschluss zunehmen, während künftig immer weniger berufliche Qualifizierte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Treiber für diese Entwicklung ist die Digitalisierung. Entsprechend wird zur Fachkräftesicherung auch die berufliche Flexibilität an Bedeutung gewinnen.

Notwendige Maßnahmen

Um die potenziellen Ungleichgewichte zu vermeiden beziehungsweise zu verringern, gelte es laut VBW in den folgenden Handlungsfeldern Maßnahmen zu ergreifen:

  • 1. Beschäftigungschancen von Arbeitslosen und von Arbeitslosigkeit Bedrohten verbessern
  • 2. Erwerbsbeteiligung erhöhen, vor allem durch Maßnahmen, die den Wiedereinstieg von Müttern in das Erwerbsleben oder den längeren Verbleib älterer Menschen im Erwerbsleben fördern
  • 3. Alle Arbeitszeitpotenziale besser nutzen. Ziel ist vor allem eine vollzeitnähere Beschäftigung von Teilzeitkräften
  • 4. Höhere Bildungsbeteiligung
  • 5. Ergänzend zu den ersten vier Maßnahmen hilft die gezielte Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland, die Fachkräftelücke zu schließen

Handlungsfelder zur Fachkräftesicherung

Um den Fachkräftebedarf der Unternehmen zu decken, gelte es, das bestehende Arbeitsmarktpotenzial noch besser auszuschöpfen. Neben Anstrengungen zur Arbeitsmarktintegration von Arbeitslosen und Qualifizierungsmaßnahmen müsse der Fokus darauf liegen, die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren weiter zu steigern und die Arbeitszeitpotenziale dieser Gruppen besser zu nutzen. Basis für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung sei die optimale Ausbildung des Nachwuchses. Flankierend hierzu gewinne die gezielte Anwerbung ausländischer Fachkräfte an Bedeutung.

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Über den Autor

 Jens Scheiner

Jens Scheiner

Redaktioneller Mitarbeiter Online/Print, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE