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VW-Konzernumbau: Wird Skoda eine Billigmarke?

| Autor: Sven Prawitz

Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, möchte VW-Vorstandsvorsitzender Herbert Diess die Automarken des VW-Konzerns neu positionieren. Dem Bericht zufolge betrifft das vor allem die ausländischen Tochterunternehmen. Den Gerüchten über den Verkauf einer Marke erteilte Volkswagen heute eine Absage.

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Herbert Diess richtet nicht nur die Produktpalette der Marke VW neu aus. Auch die anderen Konzernmarkten stehen vor einem Umbau.
Herbert Diess richtet nicht nur die Produktpalette der Marke VW neu aus. Auch die anderen Konzernmarkten stehen vor einem Umbau.
(Bild: Volkswagen)

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns, möchte laut „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) die Pkw-Marken neu ausrichten. Dem Bericht zufolge soll Seat stärker in Richtung Premium gerückt werden. Vor allem die Marke Cupra nehme hier eine besondere Rolle ein. Bei den Spaniern sollen demzufolge Kleinwagen entfallen – der Neustart ist laut SZ in drei bis fünf Jahren.

In die andere Richtung soll es bei Skoda gehen: Der tschechische OEM soll das Niedrigpreissegment abdecken. Die SZ zitiert die VW-Strategieabteilung, die im Segment zwischen 10.000 und 20.000 Euro großes Potenzial sieht.

Es gilt zu selektieren und Akzente zu setzen, die in die Marke und in die Kasse einzahlen.

Herbert Diess zur Ausrichtung von Audi

Die Ausrichtung der beiden Konzerntöchter Audi und Porsche soll sich nicht ändern. Beide Marken müssen jedoch ihre Produktpalette neu ausrichten. Bei Audi sieht Diess keinen Sinn darin, jedes Modell mit Verbrenner und E-Antrieb parallel anzubieten. „Stattdessen gilt es zu selektieren und Akzente zu setzen, die in die Marke und in die Kasse einzahlen“, zitiert die SZ den VW-Chef. Audi setze dafür auf die Multitraktionsplattform: Eine Architektur, die sowohl E-Antrieb als auch eine Brennstoffzelle aufnehmen kann oder um einen Verbrenner mit bis zu vier Zylindern ergänzt werden kann (Mehr dazu in unserer aktuellen Titelgeschichte „Zukunft durch Technik? Wie Audi sich zurückkämpft “).

Lamborghini an die Börse?

Ungewiss ist die Zukunft von Lamborghini im VW-Konzern. Obwohl die Italiener mit dem Urus momentan sehr gut Geld verdienen, leitet der Sportwagenhersteller unter dem Sparzwang bei Audi. Wie die SZ berichtet, denkt man bei VW über einen Börsengang für Lamborghini nach. Der Nachrichtendienst Bloomberg nennt gar eine weitere Option. Demnach sei sogar ein Verkauf möglich. Laut Bloomberg drängen Investoren den VW-Konzern dazu, Vermögenswerte freizusetzen. Es gebe weder Verkaufs- noch Börsenpläne, äußerte sich ein VW-Sprecher am Sonntag (13. Oktober) gegenüber dem Medium.

Wie es scheint, richtet Herbert Diess den Konzern stärker an Audi, Porsche und Volkswagen aus. Die anderen PKW-Marken müssen sich mit einer neuen Ausrichtung und neuen Zielgruppen auseinandersetzen – oder, wie im Fall Lamborghini, auch mit neuen Eigentümern.

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 Sven Prawitz

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Technikjournalist