Campus Sandkamp VW-Manager Ulbrich: „Modernstes Entwicklungszentrum Deutschlands“

Von Svenja Gelowicz

Volkswagen plant ein hochmodernes Entwicklungscenter. Wie der „Campus Sandkamp“ den Autobauer bei der Aufholjagd auf Tesla unterstützen soll, erklärt Volkswagen-Topmanager Thomas Ulbrich.

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So könnte der Volkswagen-Forschungscampus namens Sandkamp aussehen.
So könnte der Volkswagen-Forschungscampus namens Sandkamp aussehen.
(Bild: Screenshot https://www.linkedin.com/posts/herbertdiess/Volkswagen)

Etwa 800 Millionen Euro lässt sich Volkswagen ein neues Entwicklungszentrum kosten, das in der Nähe des Hauptwerks in Wolfsburg entsteht. „Campus Sandkamp“ nennt der Autobauer den Standort. Der soll für Aufbruch sorgen: Bereits bei einer Strategievorstellung im Sommer kündigte VW-Chef Herbert Diess an, die neue Forschungs- und Entwicklungseinrichtung solle beim Plattformdesign vorangehen.

Das wird unsere neue Kernkompetenz.

Thomas Ulbrich über Entwicklungsprozesse

Der Kern der neuen Plattform SSP („Scalable Systems Platform“) und seiner Module soll laut Volkswagen auf dem Campus Sandkamp entwickelt werden. SSP ist der Nachfolger der Plattformen MQB, MSB, MLB, MEB und PPE und soll eine einheitliche Architektur für die Volkswagen-Fahrzeugpalette schaffen.

Volkswagen will damit sicherstellen, im Wettbewerb mit E-Autobauern bestehen zu können; allen voran Tesla. Im Frühjahr 2022 soll der Bau des Vorzeige-Entwicklungsstandorts starten.

VW-Manager über Campus Sandkamp: Nicht nur Vorzeigeprojekt für Volkswagen

Am Montag (6. Dezember) veröffentlichte der Konzernchef ein Video auf der Karriereplattform LinkedIn. Diess befragt darin Thomas Ulbrich, VW-Markenvorstand für Technische Entwicklung, über den neuen Standort. Campus Sandkamp soll nicht nur das modernste Entwicklungszentrum des Konzerns werden, so Ulbrich, sondern „sicherlich in Deutschland“. Um die 4.800 Beschäftigte werde dort demnach in einer neuen Struktur arbeiten, die für die Technische Entwicklung gelten soll.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen aus den Bereichen Einkauf, Produktion, Konstruktion, Entwicklung und Versuch kommen und neue, schnellere Entwicklungsprozesse erforschen. Auch sollen so Produkteinführungen fehlerfrei werden.

Perfektionierte Prozesse als neue Kernkompetenz

„Es kommt nicht mehr vom Bauteil zum Gesamtfahrzeug“, sagt Ulbrich in dem Video, stattdessen denke man die Entwicklung über Systeme mit dem „Lead in der Software“. Autos zu entwickeln sei künftig nicht mehr nur alleine Konstruktion, sondern „Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation“, betont der Manager. Damit soll der Produktentstehungsprozess und die Einführungszeit deutlich beschleunigt werden. Ulbrich verweist weiterhin auf die Fahrzeugsoftware, die von der jungen Tech-Schmiede Cariad entwickelt wird und von Volkswagen in die Fahrzeuge integriert werden muss.

Genauso wie Volkswagen lange seine Fahrzeuge perfektioniert habe, wolle man dies nun in den Prozessen tun. „Das wird unsere neue Kernkompetenz.“ Deshalb sei der Campus Sandkamp eine wichtige Investition am Standort. Man wolle bei VW jedoch die künftigen Fahrzeuge und Funktionen nicht zentralistisch entwickeln. Die Produkte sollen stattdessen noch enger im Austausch mit den Regionen entstehen, sagt Ulbrich im Videoclip.

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