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Neue Modelle VW Mid-Size-SUV: Fünf Meter für den Neuanfang

| Autor / Redakteur: SP-X / Christian Otto

VW hat aufgrund des Dieselskandals in den USA weiter einen schweren Stand. Mit einem neuen SUV-Modell will man die dortigen Kunden wieder begeistern. In Europa wird man das Fahrzeug vorerst nicht kaufen können.

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Drei Monate vor der Publikumspremiere auf der Autoshow in Los Angeles gibt es erste offizielle Informationen zum lang erwarteten Mid-Size-SUV, der vorerst nur für den US-Markt gedacht ist.
Drei Monate vor der Publikumspremiere auf der Autoshow in Los Angeles gibt es erste offizielle Informationen zum lang erwarteten Mid-Size-SUV, der vorerst nur für den US-Markt gedacht ist.
(Bild: VW)

VW hatte in den letzten Monaten in den USA nur wenig Gutes zu verkünden. Zu sehr stand man wegen der Dieselaffäre in der Kritik. Doch nun wollen die Wolfsburger wieder positiv auffallen. Und wie könnte man das besser, als mit einem Produkt, dass auf den dortigen Markt zugeschnitten ist: Drei Monate vor der Publikumspremiere auf der Autoshow in Los Angeles gibt es nun erste offizielle Informationen zum lang erwarteten Mid-Size-SUV. Mit ihm tritt der Hersteller reichlich verspätet in eines der größten Segmente am US-Markt.

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Noch hat das Auto keinen Namen und firmiert nur als Mid-Size-SUV. Allerdings dürfte diese Projektbezeichnung vor allem Europäer irritieren. Ist das Fahrzeug doch mehr als fünf Meter lang. Und unter der Tarnfolie wirkt er noch einmal bulliger und kerniger als die Studie CrossBlue, auf der das SUV basiert. Doch die Mission des wuchtigen Siebensitzers hat VW-US-Chef Hinrich Woebcken bereits klar umrissen: Größer als ein Touareg aber kaum teurer als ein Tiguan. Der erste VW-Geländewagen mit sieben ausgewachsenen Sitzen, soll so vor allem die so genannten Soccer-Mums begeistern und eine Alternative zu Verkaufsschlagern wie dem Ford Explorer oder dem Honda Pilot bieten.

Außerdem wird der Wagen mit dem Projektcode 416 nach Jetta, Passat und einer fest eingeplanten Langversion des neuen Tiguan zum vierten Volumenmodell in Amerika. Das soll die Marktabdeckung auf etwa 60 Prozent erhöhen und die Basis für moderates Wachstum bieten.

MQB als Basis

Obwohl es weder bei der Form noch beim Format irgendeine Parallele zum Tiguan gibt, nutzt auch der Riese für Amerika den Modularen Querbaukasten (MQB) und dehnt die Plattform bis an ihre Grenzen. So hat VW die Länge auf 5,04 Meter und den Radstand auf 2,98 Meter gestreckt. Das schafft innen Platz für eine dritte Reihe, die überraschend gut zu erreichen ist und selbst Erwachsenen genügend Komfort bietet.

Die zweite Reihe lässt sich um etwa 20 Zentimeter verschieben und vorn sitzt man nicht viel schlechter als im Touareg – und schaut dabei in eine modernere Welt. Denn was dem Tiguan XXL an Glanz und Gloria fehlen mag, macht er mit einer großen Touchscreen-Navigation und der Option auf ein komplett digitales Cockpit wett.

Kein Diesel

Hinter dem wuchtigen Grill mit den riesigen Scheinwerfern stecken zunächst zwei Motoren, von denen keiner ein Diesel ist. Das Basismodell fährt mit einem 2,0-Liter-Turbo mit 238 PS, die Top-Version mit einem V6-Sauger, der aus 3,6 Litern Hubraum 280 PS holt. Während es den Vierzylinder nur mit Frontantrieb gibt, bietet VW den V6 auf Wunsch auch mit Allrad an und liefert dort das gleiche 4Motion-Paket wie im Tiguan – die entsprechenden Fahrprogramme inklusive.

Der geräumigsten Innenraum neben Caddy oder Transporter, ein ansprechendes Design, eine hohe Sitzposition sowie ein ausgesprochen entspanntes Fahrverhalten dürften auch hierzulande auf Interesse treffen. In den USA soll der SUV etwa 30.000 Dollar kosten. In Europa wären es mit Exportkosten sicher 5.000 bis 10.000 Euro mehr. Doch VW konzentriert sich mit dem Dickschiff nur für den amerikanischen Markt. Eine Ausfuhr nach Deutschland ist deshalb vorerst nicht geplant.

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