Nach Verlust 2020 Webasto startet stark ins neue Jahr

Autor / Redakteur: Claus-Peter Köth / Andreas Wehner

Der Zulieferer hatte im Krisenjahr 2020 den ersten Verlust seit vielen Jahren hinnehmen müssen. Doch jetzt geht es wieder aufwärts. Großer Hoffnungsträger ist die E-Mobilität.

Der Autozulieferer Webasto will nach einem Verlustjahr wieder zurück in die schwarzen Zahlen.
Der Autozulieferer Webasto will nach einem Verlustjahr wieder zurück in die schwarzen Zahlen.
(Bild: Webasto)

Der Autozulieferer Webasto will nach einem Verlustjahr wieder zurück in die schwarzen Zahlen. Im ersten Quartal steigerte das Unternehmen seinen Umsatz bereits kräftig und ist operativ zurück in der Gewinnzone. „2020 war ein schwieriges Jahr. Wir mussten beim Umsatz und beim Ertrag Rückschläge verkraften. Aber dank unseres konsequenten Corona-Managements, einer raschen Erholung des chinesischen Markts sowie unseres breiten und zukunftsfähigen Produktspektrums ist es uns gelungen, das Krisenjahr besser abzuschließen als zu Beginn des Jahres erwartet“, erklärte Holger Engelmann, Vorstandsvorsitzender der Webasto SE.

Zugleich treibe man die Transformation weiter voran, um mit innovativen Produkten die Mobilität von morgen mitgestalten zu können. „Inzwischen haben wir seit unserem Einstieg in die Elektromobilität mehr als eine halbe Milliarde Euro in dieses neue Geschäftsfeld investiert, und das zahlt sich aus“, betonte Engelmann.

Der erste Verlust seit vielen Jahren

Im Jahr 2020 musste Webasto einen Umsatzverlust von 11,9 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro und einen operativen Verlust von 69 Millionen Euro hinnehmen – den ersten seit vielen Jahren, wie Engelmann betonte. Grund dafür war vor allem der massive Nachfrageeinbruch bei Dächern und kraftstoffbetriebenen Heizsystemen infolge der Corona-Pandemie.

Mit Schiebe-, Panorama- und Cabriodächern erzielte Webasto vergangenes Jahr einen Umsatz von 2,8 Milliarden Euro. Das waren rund elf Prozent weniger als im Vorjahr. Der Geschäftsbereich war mit 84 Prozent weiterhin der umsatzstärkste der Gruppe. Gesunken ist auch der Umsatz mit kraftstoffbetriebenen Heiz- und Kühllösungen. Auf sie entfielen 440 Millionen Euro (Vorjahr: 543 Millionen Euro) und damit 14 Prozent des Gesamtumsatzes.

Der Umsatz mit Produkten für die Elektromobilität blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil. 76 Millionen Euro und damit lediglich zwei Prozent seines Gruppenumsatzes erzielte Webasto in seinem neuen Geschäftsfeld mit elektrischen Heizsystemen, Ladelösungen und Batterien.

Perspektivisch soll das „zarte Pflänzchen“ (O-Ton Engelmann) kräftig wachsen: Eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr 2025 lautet das Ziel für die Elektromobilität – jeweils etwa 400 Millionen Euro mit Batterien und Ladelösungen sowie 200 Millionen Euro mit Produkten rund um das elektrische Heizen.

Trotz des Verlustes baute Webasto im vergangenen Jahr Personal auf. Weltweit stieg die Zahl der Mitarbeiter um 200 auf 14.154. Dahinter steckt vor allem ein Aufbau im Geschäftsfeld E-Mobilität. Unter anderem wurden Mitarbeiter aus den Feldern Dachsysteme und Heizen umqualifiziert. Gleichzeitig hat sich die Anzahl der Software- und Elektronikentwickler verdreifacht.

Positive Prognose für 2021

Im ersten Quartal 2021 ging es nun wieder kräftig nach oben: Der Umsatz sprang im Vergleich zum Vorjahresquartal um 31 Prozent auf 936 Millionen Euro. Das operative Ergebnis lag mit rund 30 Millionen Euro wieder deutlich im Plus, nach minus 40 Millionen im Vorjahr. Für das laufende Jahr erwartet Engelmann eine Rückkehr zum Umsatzniveau von vor der Krise. Zudem werde man definitiv schwarze Zahlen schreiben.

Allerdings: „Die Nachfrage bleibt hoch volatil und die Sicherung unserer weltweiten Lieferketten in der Pandemie – vor allem bei anspruchsvollen Projektanläufen – ist weiterhin eine Herausforderung“, sagte Engelmann. Man kämpfe an mehreren Fronten: Neben der Pandemie gehe es dabei auch um den Halbleitermangel und damit verbundenen Stornierungen von Kundenabrufen sowie um steigende Rohstoffpreise bei Kunststoffen und Stahl. „Aber ich bin optimistisch, dass es ein gutes Jahr für Webasto wird“, resümiert Engelmann.

mit Material von dpa

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 Claus-Peter Köth

Claus-Peter Köth

Chefredakteur Automobil Industrie & Next Mobility