Elektromobilität ZF mit Aufträgen für 800-Volt-Technik

Redakteur: Tanja Schmitt

Wer ein Elektroauto kauft, wird in der Regel eines mit 400-Volt-Technik bekommen. ZF setzt jedoch verstärkt auf die doppelte Spannung.

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In der Formel E kommt die 800-Volt-Technik von ZF bereits zum Einsatz.
In der Formel E kommt die 800-Volt-Technik von ZF bereits zum Einsatz.
(Bild: Lou Johnson/ZF)

Bereits seit einigen Jahren beliefert ZF Hersteller elektrischer Autos mit Komponenten für 400-Volt-Antriebe. Ergänzend dazu hat der Konzern aus Friedrichshafen Technik für E-Auos mit 800-Volt-Architektur entwickelt. Im Zentrum steht dabei eine Leistungselektronik, die außerdem auf Siliziumcarbid bei der Halbleiter-Technik setzt.

Insbesondere für Premium- und Sportfahrzeuge sind 800-Volt-Architekturen attraktiv, denn sie erlauben einen höheren Leistungsabruf und kürzere Ladezeiten, die vor allem bei schnellen Langstrecken-Modellen gefragt sind. Die in der Leistungselektronik von ZF eingesetzten Chips mit Siliziumcarbid sollen darüber hinaus den Wirkungsgrad gegenüber Elektroniken mit herkömmlichen Siliziumhalbleitern verbessern.

Antriebsstrang mit Spannung von 800 Volt

Die Leistungselektronik kommt laut ZF bereits bei einem europäischem Sportwagenhersteller zum Einsatz. Namen nennt der Zulieferer wie üblich nicht. Aus Unternehmenskreisen ist jedoch bekannt, das ZF mit Porsche Projekte im 800-Volt-Bereich hat. Noch in diesem Jahr soll ein chinesischer Hersteller mehrere Modelle auf den Markt bringen. ZF liefert neben der Leistungselektronik den kompletten Antriebsstrang. Der Zulieferer kündigt zudem weitere Serienanläufe mit seiner 800-Volt-Technik – auch jenseits des Pkw-Segments – an.

Derzeit gibt es nur wenige Hersteller von Elektroautos, die bereits auf 800 Volt setzen. Zu den Pionieren zählt Porsche mit dem Taycan. Auch Konzernschwester Audi setzt im bald verfügbaren E-tron GT diese Technik ein. Zudem stehen die Hyundai Motor Group mit ihren Marken Kia und Hyundai, die im Stellantis-Konzern integrierte Fiat-Gruppe mit Maserati sowie General Motors jeweils kurz davor, Autos mit 800-Volt-Netz auf den Markt zu bringen. Die meisten aktuell verfügbaren Elektroautos setzen hingegen auf eine Bordspannung von 400 Volt.

Mit Material von SPX

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