Antriebstechnik

„Zu technologieoffen“: VW-Chef Diess setzt VDA unter Druck

| Autor / Redakteur: ampnet/dpa / Svenja Gelowicz

VW-Chef Herbert Diess ist unzufrieden mit seiner Lobby: Der VDA sei zu technologieoffen.
VW-Chef Herbert Diess ist unzufrieden mit seiner Lobby: Der VDA sei zu technologieoffen. (Bild: Volkswagen)

Volkswagen erwägt laut einem Bericht, aus dem Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) auszutreten. Ein Grund: Der Verband sei zu offen für Antriebstechnologien und fokussiere nicht genug auf E-Mobilität.

Volkswagen erwägt aus dem Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) auszutreten. Das berichtet die Welt am Sonntag (WamS). Grund dafür sei die mangelnde Konzentration auf batterielektrische Antriebe. VW-Chef Herbert Diess übte Kritik an der Offenheit für Technologien seitens des Verbandes. Seiner Ansicht nach überfordere die Förderung verschiedener alternativer Antriebe die Branche. Diess fordert, in erster Linie den batterielektrischen Antrieb voranzubringen.

Ein weiterer Kritikpunkt sei dem Bericht zufolge der Mangel an steuerlicher Unterstützung für Käufer von E-Fahrzeugen. Zudem solle ein Strukturfonds eingerichtet werden, der den Technologiewandel abfedere. Herbert Diess sehe die Forderungen von Volkswagen durch den VDA nicht stark genug verfolgt, so die WamS. Vertreter des VDA und des Wolfsburger Automobilherstellers werden sich in den kommenden Tagen zu Gesprächen treffen.

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Volkswagen kündigte am vergangenen Mittwoch (13. März) an, im Zuge der Umstellung auf Elektromobilität mindestens 5.000 Stellen nicht neu zu besetzen, die durch altersbedingtes Ausscheiden aus dem Unternehmen in Zukunft wegfallen werden. Die Ankündigung, bis 2028 etwa 50 elektrische Modelle auf den Markt zu bringen, wurde nach oben korrigiert: 70 E-Modelle will der Konzern bis dahin anbieten können.

ZF-Chef Scheider kritisiert Volkswagen

Unterdessen beklagte der Chef des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen, Wolf-Henning Scheider, bei den Wolfsburgern eine zu starke Konzentration auf die reine Elektromobilität. „Man darf nicht die Strategie eines einzelnen Unternehmens mit der gesamten Branche gleichsetzen“, sagte der Vorstandschef dem „Tagesspiegel“ (17. März).

Er habe zwar Respekt vor der VW-Strategie, am Ende müsse aber der Kunde die Produkte kaufen. „Und da wird es nicht nur die eine Lösung geben.“ Der Umstieg auf ein Elektroauto sei für viele Kunden von heute auf morgen nicht möglich, sagte ZF-Chef Scheider. Es hake etwa an der Reichweite der E-Fahrzeuge. „Ich bin davon überzeugt, dass sich dieses Thema mit der Zeit lösen lässt. Aber nicht in den nächsten 10 bis 20 Jahren.“

ZF selbst setze auf eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor, die bald rein elektrische Reichweiten von 80 bis 100 Kilometern ermögliche, sagte Scheider. Ende des Jahres würden die ersten Fahrzeuge mit diesem Antrieb im Autohaus stehen.

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Wenn es um Alternativen zum Verbrennungsmotor geht, setzt die Branche zurzeit neben batterieelektrischen Antrieben etwa auch auf Brennstoffzellentechnik, synthetische Kraftstoffe oder Hybride.

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