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Fahrzeugteile Zulieferer specken ab

| Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Durch neue Werkstoffe und Fertigungsverfahren senken Zulieferer die Masse von Autositzen, Abgasanlagen und vielen weiteren Komponenten.

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Der Aluminium-Bremskraftverstärker von Bosch spart 1,5 Kilogramm.
Der Aluminium-Bremskraftverstärker von Bosch spart 1,5 Kilogramm.
(Foto: Bosch)

Abspecken ist angesagt: Je leichter ein Auto ist, desto weniger Kraftstoff verbraucht es oder desto weiter kann es mit einer Batterieladung fahren. Unnützer Materialeinsatz und übertrieben hohe Sicherheitsfaktoren in der Auslegung von Fahrzeugteilen sind bei den Autoherstellern mega-out. Entsprechend groß ist der Druck auf die Zulieferer, ihre Produkte immer leichter zu konstruieren – koste es, was es wolle.

Ein Messerundgang auf der IAA im September förderte einige zum Teil erstaunlich aufwendige Leichtbau-Ideen zutage. Zum Beispiel am Stand von Eberspächer.

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Das Stuttgarter Unternehmen hatte eine komplette Abgasanlage aus Titan ausgestellt. Dieser Werkstoff wirkt auf Leichtbau-Ingenieure genauso unwiderstehlich wie Gold auf eine anspruchsvolle Chefarzt-Gattin, weil er die guten Eigenschaften von Stahl und Aluminium vereint: Titan ist ebenso leicht wie stabil und obendrein noch korrosionsbeständig. Leider ist es aber auch sehr teuer – nicht so wie Gold, aber für einen Konstruktionswerkstoff durchaus heftig: rund das Zehnfache von Aluminium.

Mit einem Gewichtsvorteil von 50 Prozent gegenüber einer herkömmlichen Abgasanlage bringt der Werkstoffwechsel aber deutliche Vorteile. Die gesamte Anlage wiegt lediglich 12,7 Kilogramm. Wegen des hohen Preises lohnt sich ihr Einsatz vorerst nur in Supersportwagen, aber Eberspächer zeigte sich auf der Messe zuversichtlich, dass Titan zukünftig breiteren Einsatz in der Autoindustrie finden wird.

Einen konventionelleren Ansatz in Sachen leichter Abgasstrang verfolgt das französische Unternehmen Faurecia. Es erreichte mit folgenden Mitteln ebenfalls 50 Prozent Gewichtsreduzierung:

  • dünneres Blech (0,8 statt 1,2 Millimeter),
  • eine Abgasklappe, die das Geräusch und damit das nötige Schalldämpfervolumen reduziert
  • Löt- statt Schweißverbindungen, um den Werkstoffeinsatz zu verringern.

Auch Sitze können leichter werden

Mit dem gleichen Ziel, aber an einer ganz anderen Front kämpfen die Ingenieure von Johnson Controls. Der amerikanische Konzern ist einer der größten Hersteller von Autositzen und hat auf der IAA den Synergy Seat Gen 3 vorgestellt. Hinter dem komplizierten Namen verbirgt sich eine Sitzstruktur, die in der Rückenlehne komplett auf Metallteile verzichtet. Die tragende Funktion übernimmt ein sogenanntes Organoblech, ein faserverstärkter thermoplastischer Kunststoff, der sich anders als die bekannten CFK- und GFK-Materialien sehr schnell und einfach verarbeiten lässt und eine hohe Bauteilintegration ermöglicht. Wie viel leichter ein solcher Sitz im Vergleich mit einer herkömmlichen Konstruktion ist, hat Johnson Controls leider noch nicht verraten.

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