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Automobilzulieferer Zulieferer ZF wird zum Software-Anbieter

| Redakteur: Sven Prawitz

Der Automobilzulieferer ZF erweitert sein Produktportfolio: Die Friedrichshafener werden künftig auch Softwarecode entwickeln und vertreiben. Microsoft soll dabei mit seinen Produkten und seinem Wissen helfen.

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Eine Software-Plattform bündelt Sensor-Informationen des gesamten Fahrzeugs und bereitet sie für die Steuerung aktiver Systeme in Fahrwerk, Lenkung und Bremse auf. So möchte ZF künftig das Fahrverhalten zentral optimieren.
Eine Software-Plattform bündelt Sensor-Informationen des gesamten Fahrzeugs und bereitet sie für die Steuerung aktiver Systeme in Fahrwerk, Lenkung und Bremse auf. So möchte ZF künftig das Fahrverhalten zentral optimieren.
(Bild: ZF Friedrichshafen)

Der Zulieferer ZF möchte bei der Software-Entwicklung schneller werden: Gemeinsam mit Microsoft plant ZF, die Geschwindigkeit und Qualität seiner Prozesse, Methoden und Lösungen im Software-Engineering an das Vorbild von IT-Unternehmen anzupassen, heißt es in einer Mitteilung. Die Software-Entwickler des weltweit fünftgrößten Automobilzulieferers sollen künftig die Cloud-Services und Entwicklertools von Microsoft nutzen.

ZF wolle in Zukunft auch als Anbieter von reinen Software-Produkten im Automotive-Markt auftreten. „Außerdem werden wir bereits Software entwickeln können, obgleich die Hardware noch nicht verfügbar ist“, erklärt Dirk Walliser, bei ZF für die zentrale Forschung und Entwicklung verantwortlich.

Software verbessert aktive Fahrwerkssteuerung

Wie das künftig aussehen könnte, möchte ZF mit einer Software-Komponente demonstrieren, die auf Sensor-Informationen des gesamten Fahrzeugs zugreift. Mit den erfassten Daten soll die Steuerung aktiver Systeme in Fahrwerk, Lenkung, Bremse und Antriebsstrang verbessert werden. Nach eigenen Angaben ist diese Funktion herstellerunabhängig und funktioniert sowohl mit Komponenten von ZF als auch mit Komponenten von Drittanbietern. „Dies hebt nicht nur die Fahrzeugsteuerung auf ein neues Level, sondern kann damit auch die Sicherheit erhöhen – zum Beispiel bei ungünstigen Straßenverhältnissen oder in Notsituationen“, so Walliser.

Laut einer Mitteilung plant ZF erste Kundenprojekte im Jahr 2020. Der Automobilzulieferer will die Software ab 2023 entweder als Teil eines Gesamtsystems oder auch als Software-Einzelkomponente anbieten.

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