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Oldtimer 30 Jahre Kadett E: Meister des GTI

| Autor / Redakteur: SP-X/ Wolfram Nickel / Thomas Günnel

Der letzte Opel Kadett war windschnittiger Aerodynamik-Weltmeister und als kompaktes Cabriolet Kultmodell für alle Frischluftfans. Vor allem aber eroberte der kleine Bochumer noch einmal alle Kontinente und brachte es dank robuster Technik und avantgardistischer Form zu fast ewigem Leben.

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Der letzte Opel Kadett war windschnittiger Aerodynamik-Weltmeister und als kompaktes Cabriolet Kultmodell für alle Frischluftfans. Mit der später eingeführten 16V-Motorisierung hatte in ihm sogar der VW Golf GTI erstmals seinen Meister gefunden.
Der letzte Opel Kadett war windschnittiger Aerodynamik-Weltmeister und als kompaktes Cabriolet Kultmodell für alle Frischluftfans. Mit der später eingeführten 16V-Motorisierung hatte in ihm sogar der VW Golf GTI erstmals seinen Meister gefunden.
(Foto: Opel)

Ihm gelingt gerade, was den meisten Massenmodellen verwehrt bleibt. Der Opel Kadett E feiert seinen 30. Geburtstag, wird hierzulande mit dem H-Kennzeichen zum Oldtimer geadelt und ist dennoch weiterhin in Produktion. Dies als Uz-DaewooAvto Nexia in Usbekistan und Indien. Tatsächlich schaffte es Opel mit dem finalen Mitglied seiner bis ins Jahr 1936 zurückreichenden Kadett-Familie noch einmal auf allen Erdteilen Erfolge einzufahren, und den Kadett E als meistgebautes Kadett- und Opel-Modell aller Zeiten zu feiern. Allein in Deutschland liefen rund 3,8 Millionen Einheiten vom Band. Hinzu kommen die E-Kadetten, die unter zehn anderen Marken und 20 weiteren Modellbezeichnungen rund um den Globus gefertigt wurden, von Asüna in Kanada bis Vauxhall in England.

Daewoo in Korea wurde durch den Kadett sogar selbst zum Global Player, wovon auch der Oldtimer-Opel bei Uz-Daewoo kündet. In Südafrika erwarb sich der zuverlässige Kadett E einen so großen Namen, dass die dortige GM-Tochter den 1991 vorgestellten Nachfolger Astra in Kadett umbenannte. Möglich wurde diese beispiellose Karriere des letzten Opels mit maritimer Modellbezeichnung durch avantgardistische Formen, fortschrittliche Technik und eine damals konkurrenzlos große Karosserievielfalt.

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Mutiges Design wurde belohnt

Mutiges Design wird selten belohnt, wie gerade Massenhersteller immer wieder feststellen müssen. Als etwa Ford 1982 seine kantigen Cortina/Taunus-Modelle durch den Sierra in revolutionärer Aeroform ersetzte, stürzten die Verkaufszahlen auf wichtigen Märkten geradezu ab. Opel war kaum weniger wagemutig beim Wechsel vom kantigen Kadett D auf den Kadett E, der als kompakter Aerodynamik-Weltmeister mit einem cw-Wert von 0,30 vorfuhr. „Windei“ wurde das glatt geschliffene Volumenmodell von Fachjournalisten, aber auch Fans liebevoll genannt. Und tatsächlich gelang der Marke mit dem Blitz das von Skeptikern unmöglich geglaubte: Mit dem Kadett E konnte Opel dem erst ein Jahr zuvor lancierten, aber konservativ gehaltenen Golf II Kontra geben und dem Ford Escort sogar deutlich davon fahren.

Schon am Anfang seiner Karriere würdigten die Medien den kompakten Bochumer mit der damals bedeutendsten Auszeichnung „Auto des Jahres“ und hervorragenden Platzierungen in fast allen Vergleichstests. Schließlich basierte der Kadett E zwar auf der technischen Basis seines Vorgängers von 1979 – erst mit diesem hatte der Frontantrieb bei Opel Einzug gehalten, der Neue sorgte aber mit innovativen Sicherheits- und Spritspartechniken, Sportversionen und einem nie dagewesenen Kaleidoskop an Karosserien für Furore.

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