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30 Jahre Kadett E: Meister des GTI

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Der Meister des GTI

Schließlich standen die flotten Formen für eine Progressivität, die mit dem Geniestreich des GSI ihre technische Ergänzung fand. Tatsächlich verkörperte diese sportliche Spitzenversion mit bis zu 115 kW/156 PS Leistung einen Esprit, wie ihn die Kunden bei kleinen Opel-Modellen noch nie erlebt hatten. Digitale LCD-Instrumente – wahlweise aber auch konservative Uhren – luxuriöse und sportliche Ausstattungsdetails aus höheren Klassen und ab 1987 ein überlegener 16V-Motor bewegten sogar BMW-3er-Fahrer zum Umstieg. Erstmals hatte der VW Golf GTI seinen Meister gefunden, nicht nur weil der Opel GSI mit 215 km/h Spitze und dem Beschleunigungswert von 8,0 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h allen vergleichbaren Rivalen davon fuhr.

Auch bei Rundstreckenrennen war der Kadett GSI in der Zwei-Liter-Klasse über Jahre unschlagbar. Als Opel 1989 in die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft (DTM) einstieg, wurden die 199 kW/270 PS leistenden GSI im DTM-Trimm sofort absolute Publikumslieblinge. Zuvor hatte der Kadett bereits die Rallyeszene aufgemischt mit Triumphen in der WRC und bei nationalen Serien. Sogar Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt fuhr damals fünf Jahre lang einen schwarzen Kadett GSI Champion, der optional mit edlem Connolly-Leder aufgerüstet werden konnte wie eine distinguierte englische Luxuslimousine.

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Gefeiertes Cabriolet

Noblesse und italienischen Schick strahlte auch das von Bertone gezeichnete Kadett Cabriolet aus. Der offene Viersitzer wurde auf der IAA 1985 vom Publikum so enthusiastisch gefeiert, dass er zwei Jahre später bei der Carrozzeria Bertone in Serie ging. Auf den zeittypischen Überrollbügel durfte der Luftikus zwar aus konstruktiven Gründen nicht verzichten. Dafür konnte der hässliche Verdeckberg hinter den Rücksitzen vermieden werden, der die Linienführung der Konkurrenten von Ford und Volkswagen beeinträchtigte.

Die großen Stückzahlen machte Opel aber natürlich mit bodenständigen Limousinen und Kombis. Und da hatten die Kunden eine damals einzigartige Qual der Wahl: Neben den knapp vier Meter kurzen drei- und fünftürigen Schräghecklimousinen gab es eine 4,22 Meter lange viertürige Limousine, die der europäischen Kompaktklasse das Verkaufspotenzial eines formal gelungenen Stufenhecks mit riesigem Kofferraum nachdrücklich demonstrierte. Über 740.000 Stufenheck-Kadett konnte Opel absetzen, noch mehr Einheiten als vom ebenfalls erfolgreichen Kadett Caravan. Diese Kombiversion gab es übrigens ebenfalls mit unterschiedlichen Karosserien als drei- und fünftürigen Familien- und Freizeitfrachter, als Lieferwagen und als Kleintransporter Combo.

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