Additive Fertigung 3D-gedruckte Keramik für die Automobilindustrie

Von Simone Käfer

Technische Keramik in der additiven Fertigung: Bis 2030 kann hier ein Milliardenmarkt entstehen. Die Anwendungen sind vielfältig – die Hürden auch.

Mit additiver Fertigung erweitert sich das Einsatzfeld für technische Keramiken. Die sogenannte Lüneburglinse zum Beispiel dient der Kommunikation zwischen autonom fahrenden Fahrzeugen.
Mit additiver Fertigung erweitert sich das Einsatzfeld für technische Keramiken. Die sogenannte Lüneburglinse zum Beispiel dient der Kommunikation zwischen autonom fahrenden Fahrzeugen.
(Bild: Simone Käfer)

Viele Komponenten, die heute aus Metall oder Kunststoff hergestellt werden, könnten schon bald aus dem Keramik-3D-Drucker kommen. Denn die Wahl des Werkstoffs fiel teilweise nicht wegen dessen technischer Eigenschaften auf Metall oder Kunststoff, sondern weil diese Materialien leichter zu verarbeiten sind als Keramik. Das ändert sich mit additiver Fertigung. So sind beispielsweise feine Geometrien und Hohlstrukturen möglich, die mit den fragilen Grünteilen konventioneller Verfahren schwer umsetzbar bis unmöglich waren; zum Beispiel ist es schwierig, Bohrungen bis 0,2 mm und kleiner zu drucken.

Auch haben Keramikbauteile weder scharfe Kanten noch vorstehende Elemente. Das liegt allerdings am Werkstoff, denn dieser bricht leicht. Der Werkstoff Keramik ist verschleißärmer als Metalle und flexibel. Zu den allgemeinen Eigenschaften gehören temperaturbeständig, elektrisch isolierend, chemisch resistent, verschleißfest, korrosionsbeständig und kratzfest.